Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1857130
Moderne. 
oder als ganzes Vegetationsfeld, kommen zusammen mit den niedrigen Tierarten, welche diese Landschaften 
beleben, häufig zur Darstellung; ebenso häufig ist die Wiedergabe der Waldwiese, als reichen Farben- 
teppichs mit Gräsern, Kräutern, Halbsträuchern, Lilien und anderen Blumen. Die Anzahl der von den 
Japanern ornamental verwendeten Pflanzenmotive, vom Baumstamm bis zu den kleinsten Gräsern herab, 
ist überhaupt unvergleichlich grösser, als dies je in den klassischen und den neueren Stilarten der euro- 
paischen Völker der Fall war. Von Tieren sieht man besonders oft die Languste, die Libelle, Vögel 
verschiedener Art und Fische, aber stets in stark stilisierten Formen (Abb. 53). Die Japaner wissen in 
den Landschaftsbildern mit den einfachsten Mitteln 
       ganz erstaunliche Wirkungen hervorzubringen; so 
      wird beis ielsweise in einer Seelandschaft mit Inseln 
 
Ff  5511„  durch Abstufung eines einzigen Farbentons eine über- 
    raschende Formentwicklung hervorgebracht; in einer 
j    anderen Landschaft, Enten darstellend, welche im 
 727 Ü   Be 'riff' sind sich auf einen Teich niederzulassen 
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     muss man die geistreich abkürzende Darstellungs- 
   "H3"  methode bewundern, welche von dem Teiche nur 
       
   das Schilfdickicht zur Erscheinung bringt, ohne die 
    Verständlichkeit des Vorganges zu beeinträchtigen. 
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  mm IßlÄßaifdaglihjifllgflfilnglgiääßl,lgwl In den Fi urenbildern werden oft Schaus neler in 
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  ihren Rollen dargestellt, in einfacher Vornehmlieit 
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      x13, der Haltung, dann anmutige Gartenscenen zwischen 
 w im    Jungen Liebespaaren, oder Gaukler, die vor einer 
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   gßäel]   51 I;  Gesellschaft von Frauen und hindern ihre Possen 
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     treiben u. s. w. Schattenangabe und Modellierung 
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 _   fehlen, die Farben sind in gleichmassigen Tonen 
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   gi aufgetragen, so (lass im ganzen eine gewisse Uber- 
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 w, 1   einstiinmung der Manier mit den europäischen Buch- 
_-fßääefäiijiäiifgä{ÜfiyiiälglßäfißÜYIÜt-dliüif?illßläf:  lä I1 1  d f   1  .1, b  
 13a ,.7Si geb-q.)  121..  I,  ina ereien es ru eii ll ea -ers eiienn ar wird. 
wie   i; 11-.  11? E,        
Qä    w  T. W31  Die Maleieien beschranken sich indesnicht auf die 
 H14;  gß i,     in Buntdruck vervielfaltigten Blatter, sie dehnen sich 
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ß    -te und Schmucksachen aus Besonders 
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L    reizende Bilder, in Lackfarben und Gold ausgeführt, 
     J finden sich auf den aus Holz oder Elfenbein herge- 
    stellten Kämmen, mit welchen die japanischen Frauen 
Abi, 50_ Landschaft von Hiroshigfh ihr Haar schmücken; es kommen auf denselben 
Nach S- Bills. Japanischer Fßrmensßhatz. Genrescenen, Tierbilder und sogar ganze Landschaften 
zur Darstellung. Unter den plastischen Arbeiten 
sind noch die Netzke, als höchst anmutige, kleine Schnitzwerke zu erwähnen; dieselben bilden etwa 
3 bis 4 cm grosse rundliche, aus Holz oder Elfenbein hergestellte, doppelt durchbohrte Knäufe, die an 
einer Schnur am Gürtel getragen werden und zum Befestigen der Medizinbiichse und des T abaksbeutels 
dienen. Die Netzke stellen meist kleine geschnitzte Figiirchen dar. Lustige Figurengruppen, welche 
einen Fluss durchwaten, fliegende Vögel, auch Kiefernzweige mit dichten Nadelbüscheln, blühende Glycinien, 
(lhrysantemuinzweige mit Schmetterlingen u. a. vervollständigen den Kreis der Darstellungen, welche den 
Schmuck der Thon- und Metallgeräte ausmachen. 
Das Prinzip der japanischen Flächendekoration, auf unbedingter Voranstellung einer frischen
        

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