Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1857093
Vorherrschen 
Natiu nalitätsidee 
Kunst. 
„Pilger bei Civita Uastellana vom Sturm überrascht", „Messe bei den Schnittern in der römischen 
Campagna", „Mondnacht am Strande von Neapel", '„Rocca di Papa im Albanergebirge", das „Fest der 
heil. Anna im Casamicciola auf Ischia" u. a. August Wilhelm Leu (1818-1897), ein Schüler 
Schirmers, unternahm verschiedene Reisen nach Norwegen. Auf seinen nicht stilisiert aufgefassten 
Landschaftsbildern ruht der volle Glanz romantischer Beleuchtungsadekte; 1849 entstand sein „Norwegischer 
Wasserfall bei Sturm"; sonst malt er meist eine ruhige Natur am Mittag oder in Abendbeleuchtung, 
nicht nur nach norwegischen, sondern auch nach deutschen und italienischen Motiven, wie den 
„()eschinensee bei Kandersteg im Kanton Bern", die „Partie bei Berchtesgaden" und die'„Ansicht des 
Königssees mit dem Watzmann". Hans Friedrich Gu de (geb. 1825 in Christiana) begab sich 1841 
nach Düsseldorf und arbeitete unter Andreas Achenbach, bis er in die Landschaftsklasse und später 
in Schirmers Atelier eintrat. Ein "Norwegischer Fjord bei Mittagsbeleuchtung" entstand in Düssel- 
dorf, und in Christiania schuf er eine Anzahl Seelandschaften, welche Tiedemand mit genrebildlicher 
Staifage versah. Die „Brautfahrt auf dem Hardangerfjord" und „Fischer auf einem norwegischen 
Binnensee", gemeinschaftlich von beiden Künstlern gemalt, sind Bilder von ethnographischer Treue. Gude 
bildete sich frühzeitig zum grossen Koloristen aus und widmete seine ganze Kraft den Lösungen von 
Luft- und Lichtproblemen, ohne die Knalleffekte zu suchen wie Hildebrandt. Nach Düsseldorf 
zurückgekehrt malte Gu de, wieder mit Ti edemand zusammen, den „nächtlichen Fischfang in Norwegen" 
und das "Leichenbegangnis im Sögnefjord". Seit 1861 hielt sich Gude fast drei Jahre in Nord-Wales 
auf, und wirkte von 1864 bis 1880 in Karlsruhe als Nachfolger Schirmers. In dieser Zeit malte er 
besonders Küstenbilder mit Beleuchtungseffekten: „Nothafen an der norwegischen Küste", „in Sicht der 
norwegischen Küste" u. a. 
In der Münchener Historienmalerei entwickelten sich seit 1841 zwei nebeneinander gehende 
Schulen, die von Piloty und die von Lindenschmit, beide naturalistisch und im bewussten 
Gegensatze zur Corneliusschen Überlieferung. Karl Piloty (1826-1886) geht auf psychologische 
Charakteristik, Lebenswahrheit nach Naturstudien, Kraft und Harmonie in der Farbe aus. Er hatte sich 
schon früh in das Studium der Rubensschen und van Dyckschen Bilder vertieft, die sein Vater in 
lithographischen Nachbildungen herausgab, und erfuhr anfangs der vierziger Jahre den durch ganz 
Deutschland gehenden Einfluss der belgischen realistischen Malerei. Pilot y setzte nach dem Tode seines 
Vaters (1844) zunächst die lithographischen Arbeiten fort, und begab sich 1847 nach Venedig. 1m 
Jahre 1846 erschien sein erstes Bild, eine „Gruppe badender Mädchen", ganz im Geschmacks Riedels. 
Noch in demselben Jahre ging Piloty auf einige Zeit nach Leipzig; die danach entstehenden Bilder 
sind: die „sterbende Wöchnerin" (1849) und die „Amme" (1873); namentlich das letzte Bild zeigt eine 
scharfe Hervorhebung der sozialen Gegensätze in der ärmlichen Wohnung der alten Frau, welche sich 
des eigenen elenden Kindes der Amme angenommen hat, und der Amme mit ihrem strotzenden Pflegekinde. 
Zugleich aussert sich der Realismus Pilotys in der glänzenden Wiedergabe der Stoffe; er hatte schon 
im Jahre vorher koloristische Studien nach belgischen und französischen Bildern gemacht, besonders 
scheinen ihn Delaroche und die Spanier Murillo und Velasquez angezogen zu haben. Er erhielt 
den Auftrag, für das Maximilianeum in München die „Gründung der katholischen Liga" zu malen, dem 
Inhalte nach ein kaltes Repräsentationsstück, in dem die Hauptfigur, Herzog Maximilian, ganz gegen 
die Füllfiguren des Vordergrundes zurücktreten musste; zugleich kommen schon theatralische Züge in 
der Komposition vor, die später häufiger werden sollten. Seinen Ruhm begründete Piloty durch das 
Bild „Seni an der Leiche Wallensteins" (1855); hier ergiebt sich eine reine tragische Wirkung, das 
Realistische der Zimmerausstitttung drängt sich nicht störend vor, koloristisch bedeutend wirkt das 
vortrefflich behandelte Helldunkel. Im folgenden Jahre wurde Piloty Professor an der Münchener 
Akademie; er blieb als Lehrer Realist und übte eine bedeutende Einwirkung auf seine Schüler. In den
        

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