Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1857044
Denfschlam 
bei Cogniet in Paris und weiter durch Studien in Italien gebildet, zeichnete sich nach seiner Rückkehr 
durch ein vorzügliches Bildnis seiner Schwester aus (1852), welches gleichsam seine spätere Haupt- 
richtung auf die Porträtmalerei vordeutete. In den Sälen des Neuen Museums malte Richter nach 
fremden Entwürfen drei Friesbilder: Baldur, die Walküren und Walhalla; 1856 entstand ein Ölbild 
„rlie Auferweckung der Tochter des Jairus", in modern-kirchlicher Auffassung. Die nächsten Jahre 
waren fast ausschliesslich der Bildnissmalerei gewidmet, die Richter auch in hoher technischer Vollen- 
dung beherrschte, ohne deshalb in Manier zu verfallen, vielmehr versuchte er sich stets an der Lösung 
neuer lcoloristischer Probleme. Eine Reise nach Ägypten giebt ihm Gelegenheit zu köstlichen, gewisser- 
massen porträtartigen Genrebildern: die Hilgypterin" und die „Odaliske", auch der „neap0litanische 
Fischerknabe" gehört in diesen Kreis; indes gelingt ihm die Aufgabe, die ihn eigentlich nach Ägypten 
geführt hatte, nämlich die, den „Bau der ägyptischen Pyramiden" für das Maximilianeum in München zu 
malen, am wenigsten; er giebt nur eine Genrescene im grossen Niassstabe. Richters um 1874 ent- 
standenen verschiedenen Bilder aus seiner Familie sind berühmt gewiorden, noch mehr ein Idealbild der 
Königin Luise für das Museum in Köln. Unter den zahlreichen Porträts der letzten Jahre befinden 
sich: das Brustbilrl des Kaisers Wilhelm I. in Unifoirmrock mit weisser Vlleste; das Porträt der Kaiserin 
Augusta, fein und einfach; das Bild der Fürstin Carolath mit der Dogge zu ihren Füssen, ein Gemälde, 
welches den Anfang seiner reifsten Schöpfungen bezeichnet: das Bildnis der Grälin Kärolyi, als Gipfel 
seiner koloristischen Leistungen u. a. Sämtliche Bildnisse Richters zeichnen sich durch Vornehmheit 
und Geschmack der Auffassung, sowie durch Klarheit und durchsichtigen Glanz des Kolorits aus. Rudolf 
Henneberg (1825-4876) ist stark von den Franzosen beeinflusst; er ging 1850 nach Antwerpen, 1851 
nach Paris zu Couture und steht später unter dem Einflüsse von Decamps und Diaz. Hennebergs 
meiste Bilder sind in Paris entstanden, atmen aber durchaus deutsche lälmplindung. Von ihm sind: 
der „wilde Jäger" (1856), nach Bürgers Ballade, koloristisch von Rubens abhängig; die „Hasenjagd" (1859), 
in frischer und unbefangener Auffassung; der "Verbrecher aus verlorener Ehre" (1860). Im Jahre 1861 
geht Henneberg nach Venedig und kopiert nach Präraliaeliten, kehrt 1863 nach Paris zurück und 
kommt 1865 nach Berlin. Hier entsteht sein Hauptwerk „die Jagd nach dem Glück", in harter und 
trockener Farbe, aber hochdramatisch und einheitlich in der Komposition. In den siebziger Jahren 
malt Hennoberg: das "Märchen", ein Edelfräulein im Walde mit einem vor ihr sitzenden, einen Ring 
haltenden Vöglein, die „erlöste Germania" mit Fürst Bismarck als Ritter Georg, die HI-Ieimkehr sieg- 
reicher Krieger und ihr Empfang durch Jungfrauen in der 'l'racht des 16. Jahrhunderts" für die Villa 
Warschauer in Charlottenburg. In den Jahren 1873-1875 verweilte Henneberg in Rom und schuf 
noch die „Campagnalandschaft mit einer Tieitergesellschaft". Wilhelm Gentz (1822-1890) ist der 
hervorragendste Orientmaler der Berliner Schule; er macht seine Vorstudien in Berlin und Antwerpen 
und erhält seine Ausbildung seit 1846 in Paris bei (ileyre und Couture. Im Jahre 1847 unternimmt 
Gentz eine Studienreise nach Spanien, Marokko, Ägypten, Nubien und Kleinasien; seine danach ent- 
standenen Bilder, wie beispielsweise der "Sklavenmarkt zu Assuan", zeichnen sich sofort durch ein 
kräftiges und glänzendes Kolorit aus. Seine religiösen Bilder „Grastmahl Christi beim Pharisäer Simon" 
und „Christus unter den Pharisäern und Zöllnern" erscheinen zu realistisch, um allgemeinen Beifall zu 
finden. Gentz kehrte zu seinen Orientbildern zurück und malte: den „Sklaventransport in der Wüste", 
„Lager der Mekkakarawane", „Gebet der Mekkakarawane", „Begegnung zweier Karawanen in der Wüste", 
,.Nillandschaft mit Flamingos", Uhlärchenerzähler bei Cairo", „Totenfest bei Uairo", "Einzug des preussi- 
schen Kronprinzen in Jerusalem", eines seiner am besten gemalten Bilder, „Koranspruch als Heilmittel", 
ausserdem Schilderungen aus dem Volksleben Algiers. Ludwig Knaus (geb. 1829) hat es verstanden 
in seinen Genrebildern, die ganze Tiefe, Wahrheit und Reinheit deutscher Empfindung, verbunden mit 
feinem Humor und scharfer Charakterzeichnung zum Ausdruck zu bringen. Er bildete sich in Düsseldorf 
Dekorationsformeu 
Jahrhund ans.
        

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