Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856841
Deutschland. 
und unternahm später "Reisen nach Kopenhagen, Brüssel und Paris; er hatte im Studium der Venetianer 
den Sinn für die Farbe gewonnen. Von 1847 stammt das Bild „Einzug Manfreds in Luceria". Das 
Jahr 1848 fand Rahl als Fh-eiheitshelden. Er wurde 1850 als Professor nach Wien berufen, aber 
schon nach einem Jahre aus seiner Stellung entlassen. In den folgenden Jahren entstanden die 
Bilder: Bischof Kolonics Christenkinder aus dem Türkenlager vor Wien befreiend, "Simson im Schoosse 
der Delila", "König Lear von seinen Töchtern verstossen" und zahlreiche andere. Die Reihe der Wand- 
malereienRahls eröffnen die vortrefflich gemalten "allegorischen Figuren" im Stiegenhause des Arsenals 
zu Wien, darauf folgen die Gemälde für das Palais Sina, die "Befreiung der Andromeda", "Jason", "Ent- 
führimg der Helena" und "Rettung der Iphigenie", dann am Heinrichshof die 12 allegorischen Figuren 
der Künste, am Palast Todesco Fresken aus der hfythe des Paris, in der Villa Wisgrill bei Gmunden 
das Freskobild "Mädchen aus der Fremde".  Für das neue Opernhaus in Wien lieferte Rahl den 
Vorhang, die Malereien der Decke des Prosceniums und des Zuschauerraums, welche durch Eisenmenger 
und Griepenkerl ausgeführt wurden. Dazwischen entsteht das Bild der "Cimbernschlacht". Für die 
Halle der Universität in Athen lieferte Rahl die Darstellung der hellenischen Kulturentwicklung. Er 
hat ausserordentlich viel gemalt, allerdings selten in ganz vollendeter Weise. Der Aquarellist Jacob 
Alt (1792-1872) ling mit Lithographien an, welche die Donau vom Ursprung bis Belgrad, das Salz- 
kammergut, Ansichten aus den österreichischen Alpen und der Stadt Wien darstellten. Im Jahre 1817 
erschien eine ideale Landschaft in Gouache. Die Reihe seiner Aquarellen eröffnen seit 1833 die An- 
sichten von Bozen, Verona, Venedig, Capri, Amalfi und Sorrent, von 1835-1841 erscheinen die Ansichten 
aus Ungarn, Karnthen, Siebenbürgen und Dalmatien, 1842 die Ansichten aus dem Rheingau und 1844 
die aus dem Innthal. Joseph Kriehuber (1800-1876) macht sich durch etwa 4000 lithographierte 
Porträts und mehr als 2000 Aquarell-Bildnisse bekannt, sämtlich in genialer Auffassung und technischer 
Vollendung. Peter Joh. Nepomuk Geiger (1805-1880) ging 1850 mit Erzherzog Ferdinand Max 
nach dem Orient und malte nach seiner Rückkehr die Bilder: "Sklavenmarkt zu Smyrna", "Festsaal bei 
einem Pascha" u. a. In Schloss Miramar schuf Geiger 3 Wandbilder; sein letztes Bild war der 
"Maler als Eremit" (1850). Karl Blaas (1815-1894), an der Akademie in Venedig gebildet, wurde 
1851 als Professor an die Akademie in Wien berufen und malte eine Anzahl Damenporträts, dann 
die Fresken in der Kirche zu Foth, und war auch an der Ausmalung der Altlerchenfelder Kirche 
beteiligt. Später als Professor in Venedig wirkend, wurde Blaas mit der Ausführung von Fresken für 
das Wiener Arsenal beauftragt. Karl Mayer (1810-1876), seit 1851 Professor in Wien, war ebenfalls 
an den Fresken in der Altlerchenfelder Kirche mitscliaffend. Johann Canon (eigentlich J. von Stra- 
schiripka, 1829-1885) ist ein Schüler der Wiener Akademie. Er malt in den sechziger Jahren 
meist fein gestimmte Frauenporträts, dazwischen auch Genrebilder. Noch 1859 entstand ein Altarbild 
für die Deutschordenskirche in Laibach. Canon kam 1862 nach Karlsruhe, siedelte später nach Stuttgart 
über und ging endlich nach Wien zurück. In die siebziger Jahre fällt das Bild "Loge Johannis" , und 
ein Deckengemälde für das neue historische Hofmuseum in Wien „der Kreislauf des Lebens", ein anderes 
"Helios im Kampfe gegen die Mächte der Finsternis" blieb unvollendet. Als Kolorist war Canon ein 
Nachahmer des Rubens. Anton Hantsch (1815-1876) malt landschaftliche Motive aus Tyrol und 
Kärnthen; von ihm rühren die Bilder, "Gegend am Chiemsee", "Brunnen in Gölling", das "Wetterhorn" 
und der "Gurgrler Eissee im Ötzthal" her. 
In Stuttgart hat sich keine unterschiedene Schule entwickelt. An den Malereien in Schloss 
Rosenstein sind noch neben den Deutschen Neher, Fuchs, Mitau, Dietrich, Sauter, Guteknecht 
und Gegenbaur die Italiener Turchini, Cremonini, Conti und Gajani beschäftigt. Anton 
von Gegenbaur (1800-1876), ein Schüler von Langer in München, seit 1826 in Stuttgart, malt 
im Schlosse Rosenstein die Kuppel des Ballsaals mit der Geschichte der Psyche, später (1835) die
        

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