Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856832
Schulen 
auf historischer 
Grundlage. 
von ihm sind die Bilder: „()dysseus und die Amme Eurykleia", der "Raub der Europa" gemalt, äl-llSSöfdßlll 
eine Anzahl Genrescenen aus dem italienischen Volksleben, Allegorien nach Schillerschen Gedichten und 
Porträts in gediegenem Kolorit. Theodor Grosse (1829-1892), erst Bildhauer, wendet sich 
unter Bendemann zur Malerei und ist mit diesem in den Wandgemälden im königlichen Schlosse zu 
Dresden beschäftigt. Selbständig von Grosse herrührend sind die Deckenbilder im neuen Galerie- 
gebaude, ein Ölbild „Leda mit dem Schwan" und die enkaustischen Wandmalereien im Schlosse Wildenfels. 
Grosse geht 1858 nach Florenz, im folgenden Jahre nach Rom, malt den „Besuch der drei Engel bei 
Abraham" und kehrt nach Dresden zurück. 
Hugo Freiherr von Blomberg (1820-1871), Schüler Wachs, gehört mit Stanilas Grafen 
von Kalkreuth, dessen Thätigkeit im folgenden Abschnitt zu schildern ist, und noch anderen zu den 
Begründern der Weimarer Kunstschule (1860). Blomberg hatte schon in den vierziger Jahren ein 
"Dornröschen" und „Poseidon mit Amymone" gemalt, ging dann nach Paris zu Cogniet; im Jahre 1867 
siedelt Blomberg von Berlin nach Weimar über und verrät in seinen späteren Schöpfungen ein ein- 
gehendes Rubensstudium. Es entstehen: 27 Farbenskizzen zu Dantes göttlicher Comödie, die Bilder 
"Kaufmann von Venedig", „Benvenuto Cellini", "König Wilhelm bei Königgrätz", sämtlich geistvoll 
erfunden, aber in etwas mangelhafter Durchführung. Friedrich Wilhelm Martersteig (geb. 1814), 
in Düsseldorf und in Paris bei Delaroche gebildet, später in Weimar thätig, hat zahlreiche Bilder 
aus der Geschichte der Reformation und des dreissigjährigen Krieges gemalt. 
Die Begründer der Karlsruher Malerschule, Lessing und Schirmer sind schon erwähnt. Die 
jüngeren Meister der Schule sind erst im nächsten Abschnitt zu schildern. 
Der schon früher unter den Nazarenern genannte Joseph Führich siedelte 1834 von Rom 
nach Wien über, und blieb lange Zeit das Haupt der dortigen Schule. Er schuf in Wien die Bilder: 
„Gang Mariens über das Gebirge", „Boas und Ruth" , „Christus in der Vorhölle", „heilige Gudula", 
daneben eine Reihe Zeichnungen von katholisch-dogmatischem Inhalt. In die Jahre 1844-1846 fallen die 
Freskobilder der Stationen in der neu erbauten Johanneskirche in Wien, welche von Führich, Kuppel- 
w i eser und Le op ol d S chütz (1804- 1873) ausgeführt wurden. Auf Führichs Anteil kam die Ausmalung 
des Sanktuariums und der beiden unteren Stirnwände des Seitensohiffs, letztere mit dem „Engelsturz" 
und dem „jüngsten Gericht". In den letzten fünfzehn Jahren seines Lebens malt Führich noch eine 
Anzahl Bilder, wie die „Madonna im Grünen", die „Verbreitung des Christentums unter den Germanen", 
die „Auffindung der Leiche des heiligen Nepomuk", „Begegnung Rudolfs von Habsburg mit dem Priester". 
Den Höhepunkt seines Schaffens bilden jedoch die Illustrationen und Cyklen von Zeichnungen: „der bethle- 
hemitische Weg" in 12 Blättern, der Ostercyklus „Er ist auferstanden", die Illustrationen zur „Nachfolge 
Christi", zum Buche Ruth und zum Psalter, ein "Marienleben" in 28 Blättern, die 8 Blätter zur Parabel 
vom verlorenen Sohn, eine „Passi0n" und die Zeichnungen zur „Legende des heil. Wendelin". Leopold 
Kuppelwieser (1796-1862) gehörte in den Kreis der Nazarener, sein Anteil an den Fresken der 
Altlerchenfelder Kirche ist schon erwähnt. Von ihm und J oh. Ender sind zwei Bilder der Seitenaltäre 
in der Johanneskirche zu Mödling ausgeführt, von ihm allein ein Altarbild al fresco in der Gruft der 
Kapitulare zu Kloster-Neuburg, die „Auferstehung der Toten" darstellend. Joseph Arnold (1788-1879) 
ist der letzte Tyroler Meister, der durch die Freskotechnik noch mit den alten Barockmeistern in Ver- 
bindung steht. Er hat die Akademie in Wien besucht, halt sich 1829 in Rom auf und schmückt später, 
in Innsbruck wohnhaft, eine grosse Anzahl tyroler Kirchen mit Fresken und Altarbildern. Carl Rahl (1812 
bis 1865), bildet sich an der Wiener Akademie unter Peters; sein erstes Bild ist die "Vermählung 
Marias". Er geht nach Italien und Rom und malt daselbst im romantischen Geiste: „Hagen und Volker 
an der Thür Ghriemhildens", den "Schwur auf dem Rütli", "Nlanfred von Karl von Anjou auf dem 
Schlachtfelde bei Benevent gefunden", „Odysseus und Leucothea". Rahl kehrte 1843 nach Wien zurück,
        

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