Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856816
Schulen 
auf historischer 
Grundlage. 
wahr und lebendig in der Auffassung, wenn auch oft nüchtern in der Färbung. Auf späteren Reisen 
studierte Krause die holländischen und normannischen Küsten sowie das mittellandische Meer, und 
schufieine Anzahl Bilder nach den gesammelten Motiven. Friedrich Bellermann (1814-1889), 
Schüler Blechens und Schirmers, ist durch seine Landschaften aus Südamerika (seit 1842) bekannt 
geworden. Seine zahlreichen Olskizzen südamerikanischer Gegenden beiinden sich im Kupferstichkabinet 
zu Berlin. Seine Landschaftsbilder geben die „Küste von Laguayra", „Abend im Thal von Caracas", 
„Abend in den Lagunen von Maracaibo", den „südamerikanischen Urwald", "Zuckerplantage", „Abend 
am Orinoco", die „Guacharohöhle auf den Kordilleren beim Besuche Alexander von Humboldts", „am 
Orinoco bei Angostura" und „Gegend von San Esteban bei Puentocabello"; die letzten dieser Bilder 
Bellermanns zeigen ein flaues Kolorit. Ausserdem malte er im Neuen Museum ein „Hünengrab mit 
Opferstein". Charles Hoguet (1821-1870), Schüler von Krause, später von E. Oiceri und Isabey 
in Paris, hat eine ausserordentlich grosse Anzahl von Olbildern, meist Küstenlandschaften mit Staffage 
aus der Normandie, Holland und England geliefert. Von ihm sind: die "letzte Mühle auf dem Montmartre", 
das "Wrack" u. s. w. und ein Stillleben, sämtlich in der Berliner Nationalgalerie. Max Schmidt (geb. 1818) 
besuchte den Orient und Italien und malte anfangs südliche Landschaftsmotive in romantischer Auf- 
fassung, wendete sich aber später der märkischen Landschaft zu und wusste diese oft grossartig zu 
gestalten, wie in der „Spreelandschaft beischxvülem Wetter", in dem „Herbsttag am Müggelsee" u. a. 
Im Neuen Museum hat Schmidt landschaftliche Wandmalereien geliefert, später auch für die Aula 
des Gymnasiums zu Insterburg heroische Landschaften aus der Odyssee. Er ging 1872 nach Königsberg, 
als Lehrer der Landschaftsklasse, und hat seitdem öfter ostpreussische Gegenden gemalt. Carl 
Scherres (geb. 1833) ist unter Behrendsen an der Königsbergei" Akademie gebildet und malt etwa 
seit 1855 Motive aus Ostpreussen und der Mark mit besonderer Betonung des Stimmungselements. In 
Danzig hat Scherres eine Landschaft im Artushof gemalt und siedelte 1867 nach Berlin über. 
Wilhelm  ist anfangs Portratmaler, geht dann zur Landschaftsmalerei über und 
giebt meist Motive aus Oberbayern mit weidendem Rindvieh belebt, gelegentlich virtuos in der Wiedergabe 
der Regenstimmung. Eduard Pape, 1817 in Berlin geboren, Schüler Schirmers und dessen Nachfolger in 
der poetisch-romantischen Richtung, war vorher im Atelier von G e rst als Dekorationsmaler beschäftigt und 
kam erst seit 1848 zur Staffeleimalerei. Er hat im Neuen Museum eine Anzahl Architekturen in Ver- 
bindung mit Landschaften dargestellt. Für seine Staffeleibilder wählt er mit Vorliebe Motive aus Italien 
und dem Hochgebirge, meist Gebirgsseen mit klarem durchsichtigem Wasser. Louis Spangenberg 
(1824-1894), Landschafts- und Architekturmaler, seit 1857 in Berlin, hat die Darstellung der berühmtesten 
Baudenkmäler des Altertums im Gebäude der technischen Hochschule in Charlottenburg ausgeführt, sowie 
eine Anzahl Staffeleibilder. Karl Grab (1816-1884), der vorzügliche Architekturmaler, begann seine 
Laufbahn wie Pape als Theater-Dekorationsmaler und bildete sich dann auf Reisen in Italien und 
Sicilien weiter. Im Anfange der fünfziger Jahre malte Grab im Neuen Museum die Akropolis von 
Athen und eine Ansicht von Olympia. Sein Ölbild von 1860 „Lettner im Dom zu Halberstadt" fand 
grossen Beifall, und bald folgten: "Gräber der Familie Mansfeld in der Andreaskirche zu Eisleben", 
"thüringische Landschaft mit der Wassermühle", "Chor der St. Georgenkirche in Tübingen", „Monumente 
der" Kirche St. Anastasia in Verona" u. a. Grab malte auch eine Anzahl von Landschaften, wie den 
„Blick auf Rom", „Ansioht von Terni", „Fontane Medina in Neapel", „Motive aus der Villa Borghese". 
Die neuere Dresdener Malerschule hat J ulius Hübner (1806-1882) begründet; er ist in der 
Richtung mit Lessing verwandt, indem bei ihm die Reflexion gegen die Phantasie überwiegt. Hübner 
hatte in Düsseldorf bereits eine Anzahl bedeutender Bilder geschaffen: „Boas und Ruth", den „Fischer- 
knaben" nach Goethe, „Roland die Prinzessin Isabella befreiend", „Ruth und Naämi", „Sims0n die 
Säulen des Tempels zerbrechend" u. a., als ihm 1839 die Berufung nach Dresden zu teil wurde. Ausser
        

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