Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856779
Schulen 
Grundlage. 
auf historischer 
wieder, das Nazarenertum, die Romantik und endlich den Realismus. Friedrich Bouterweck 
(1800-1867) gehört nur äusserlich zur Berliner Schule, ein Schüler Kolbes, ging er frühzeitig zu 
Delaroche nach Paris und nahm dort seinen bleibenden Aufenthalt. Er malt seit 1836 die Bilder 
"Tobias opfert die Leber des Fisches", „Romeos Abschied von Julia", „Arabische Schildwachef" "Mädchen, 
sein Haar aufliechtend", „Isaak und Rebekka", „Jakob und Rahel", „Taufe des Kämmerers der Mohren- 
königin", „Karl der Grosse in Argenteuil" und eine „Madonna" für Oberschlesien. Consta ntin Cretius 
(geb. 1814) kam 1835 in Wachs Atelier, ging 1838 über Brüssel nach Paris und Rom, wo er bis 1842 
blieb und eine Anzahl Genrebilder aus dem römischen Volksleben malte. Nach Berlin zurückgekehrt, 
stand Oretius bereits unter dem Einflüsse des belgischen Realismus. Er malte 1846 in Konstantinopel 
das Porträt des Sultans Abdul-Medschid, sonst meist Begebenheiten aus der englischen Geschichte, wie 
„Cromwell umgeben von seinen Anhängern", vgefangene Kavaliere vor Cromwell", „Cromwell mit seiner 
Familie wird verhindert, sich nach Amerika. einzuschiffen u. a. Ludwig Rosenfelder (1813-1881), 
Schüler Hensels, malt 1838 die „Blendung des Prinzen Arthur" und geht 1845 als Direktor der Kunst- 
akademie nach Königsberg. Seine Bilder: „Besitznahme der Marienburg durch den deutschen Orden", 
„Beter am Sarge Heinrichs  „Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg bei dem Empfange des Abend- 
mahls in beiderlei Gestalt von ihrem Gemahl überrascht", „Christus am Kreuz mit den beiden Marien 
und Johannes" zeichnen sich durch ein kräftiges Kolorit aus. Von Rosenfelrler rühren die Wand- 
bilder der „Theologie" und „Medizin" in der Aula der Universität zu Königsberg her. J ulius Schrader 
(geb. 1815) ging nach seiner Ausbildung in Berlin nach Düsseldorf zu W. Schadow, schloss sich aber 
später den belgischen Realisten an. Noch vor seine italienische Reise fällt das Bild „der Aufrührer 
Concius vor dem gefangenen Papst Gregor VII. knieend" (1844). In den Jahren 1847 und 1848 ent- 
stehen: „Übergabe von Calais an Eduard III.", mit kräftigem Kolorit, „Schlumn1ernder Bacchus", „mit 
Panthern spielende Bacchanten", „,Frauen mit Kindern in einer italienischen Vigna". Seit 1848 lehrte 
Schrader an der Berliner Akademie und malte 1849 sein populärstes Bild „Friedrich II. nach der 
Schlacht bei Kollin"; später wählte er mit Vorliebe Stoffe, welche Gelegenheit zur Seelenmalerei boten, 
wie „Wallenstein und Seni bei ihren astrologischen Studien", „Milton und seine Töchter", „Karls I. 
Abschied von seinen Kindern", "Cromwell am Sterbelager seiner Tochter" u. a. In der Schlosskapelle 
zu Berlin hat Schrader die 12 ersten christlichen Monarchen von Karl dem Grossen bis auf Gottfried 
von Bouillon geschaffen, im Neuen Museum die „Einweihung der Sophienkirche durch Justinian". Von 
Schrader rühren ausserdem eine Anzahl bedeutender Porträts her. In den sechziger Jahren entstehen 
„Lady Macbeth schlafwandelnd", nllhilippine Welser vor König Ferdinand", "Heinrich IV. und die Pute", 
"Maria Stuarts letzte Augenblicke" u. a. Adolf Eybel (1808-1882) ist ein Schüler Kolbes, dann 
Delaroches. Noch in Paris entsteht die "Ährenleserin" (1836), und nach seiner Rückkehr nach Berlin 
sein Hauptbild „der grosse Kurfürst in der Schlacht bei Fehrbellin" (1846). Aus dem Jahre 1850 stammt 
"Richard Löwenherz mit seinem Hofe dem Gesange Blondels lauschend". In der Berliner Schlosskapelle 
hat Eybel die 12 Reformatoren gemalt. In Karl Steffeck (1818-1890) vereinigt sich der Tier- und 
Genremaler mit dem Historienmaler; er ist ein Schüler von Franz Krüger und Karl Begas, bildet 
sich indes 1839-1840 in Paris bei Delaroche und Horace Vernet weiter und studiert 1840-1842 
in Rom. Nach seiner Rückkehr malt er anfangs Jagd- und Tierstücke, wie ihn namentlich die Dar- 
stellung des Pferdes unablässig beschäftigte. Im Jahre 1848 erscheint „Albrecht Achilles kämpft um 
eine Standarte", mit vorzüglich gemalten Pferden, darauf die „Pferdeschwemrne", 1850 „2 Wachtelhunde 
um einen Sonnenschirm streitend", „lauernder Fuchs" und „Arbeitspferde". „König Wilhelm auf dem 
Schlachtfelde von Königgrätz" (1867) ist wieder ein historisches Porträt, ebenso das Reiterbild des 
Generals von Manteufel. In die siebenziger Jahre fallen die Bilder: „Pferdelzoppel", „Wochenvisite", 
„Wettrennen" von grosser Lebenswahrheit und der „Zigeunerknabe durch einen Wald reitend". August
        

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