Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856768
Schulen 
historischer 
Grundlage. 
eine Anzahl bedeutender Porträts. Robert Reinick (geb. 1805), zugleich Dichter, später in Dresden, 
Hermann Plüddemann (1809-1869), der nachmals in Düsseldorf die „Entdeckung Amerikas durch 
Columbus" malte, und Eduard Holbein (1807-1875), von dem das Bild „Pilger, von seinen Söhnen 
umgeben, im Angesicht Jerusalems sterbend", und mehrere Gemälde in der Berliner Schlosskapelle l1er- 
rühren, sind Schüler von Begas. Wilhelm Hensel (1794-1861) verweilte fünf Jahre in Rom und 
bildete sich zu einem tüchtigen Porträtmaler aus. Von seinen übrigen Bildern sind „C-hristus vor Pilatus" 
(1834) in der Garnisonkirche zu Berlin und „lV[irjam eröffnet den Reigen der Jungfrauen" (1836) be- 
merkenswert. August von Klöber (1793-1864) machte seine Studien in Paris, malte 1820 in Berlin 
Friesbilder im Foyer und Konzertsaale des Schauspielhauses daselbst und ging von 1821-1828 nach 
Italien, wo er hauptsächlich nach Correggio und Francesco Francia studierte. Zurückgekehrt 
loeschäftigte sich Klöber mit Entwürfen für Porzellanbilder und mit dekorativen Malereien in Gebäuden: 
in der Schlosskapelle, in der neuen Börse, im Viktoriatheater, in der Gedenkhalle des kronprinzlichen 
Palais. Unter seinen Staffeleibildern befinden sich: die "Brautwerbung um Rebekka", das „griechische 
Blumenmädchen", „Bacchus seine Panther tränkend", die populär gewordene "Ernte" und der „pfeil- 
schärfende Amor". Alle Bilder Klöbers leiden an allzu grosser Glätte und einem süsslichen Kolorit. 
Zu den Schülern Wachs gehören Däge, Hopfgarten, Henning und Schorn. Eduard Däge 
(1805-1883) wählt zuweilen romantische Stoffe für seine Bilder und führt dieselben in klassisch-idealer 
Form durch, sein Kolorit ist schwächlich. Er malt 1832 die "Erfindung der Porträttplastikff, nach einer 
Erzählung des Pl inius (1832), und geht dann zu einer längeren Studienreise nach Italien. Im Jahre 1838 
wird Däge Lehrer an der Berliner Akademie. Unter seinen Bildern befinden sich: der „n1itleidige 
Mönch", der „Messner im Begriff einen Gebirgsbach zu überschreiten", "Einkleidung einer Nonne", 
„Rö1nerin mit einem Kinde" und die „Parzen", letztere sehr modernisiert in Berliner Frauengestalten 
dargestellt. Däge war an der Ausmalung der Berliner Schlosskapelle beteiligt (1832). August Hopf- 
garten (geb. 1807) folgte, nach einer Studienreise in Italien, einem Rufe nach Wiesbaden zur Aus- 
nialung der Begräbniskapelle der Herzogin von Nassau und kam 1835 nach Berlin zurück. Er malte 
"Raffael, das Motiv zur Madonna del sedia findend" (1836), „Tasso vor Leonore", ziemlich hölzern, und 
ist ebenfalls mit Gemälden in der Schlosskapelle beschäftigt. Von AdolfHenning (geb. 1809) ist die 
Halbiigur eines "Nlädchen aus Frascati", „Achill und Thetis" u. a. vorhanden, sämtlich in korrekter 
Zeichnung und tüchtiger Modellierung, ausserdem Bilder in der Schlosskapelle in Berlin, die 8 Kolossal- 
figuren der Provinzen im weissen Saale des Königlichen Schlosses und im Neuen Museum die Wand- 
malereien des Niobidensaals. Karl Schorn (1800-1852) war nur zeitweilig ein Schüler Wachs, er 
war seit 1824 bei Gornelius in München, dann bei G-ros und Ingres in Paris thätig; Gornelius 
berief ihn zur Mitarbeit an den Fresken in den Arkaden des Hofgartens in München. Nach einer 
italienischen Reise malte Schorn für König Friedrich Wilhelm IV. ein Historienbild „die gefangenen 
Wiedertäufer vor dem Bischof von Münster" (1843-1845). Von 1847 ab lehrte Schorn an der Münchener 
Akademie, und suchte die schärfere Charakteristik des Cornelius mit demrosigen Kolorit der Wach- 
schen Schule zu verbinden, ohne dass ihm dies Vorhaben ganz gelang. Von ihm sind in früherer Zeit 
die Bilder „Maria Stuart imd Rizio", „Arion", „Pygmalion", „Salvator Rosa unter den Räubern" u. a. 
geschaffen. Sein Gemälde „Papst Paul III. vor Luthers Bildnis" steht bereits unter dem Einflüsse der 
Belgier, noch mehr das oben erwähnte Bild der Wiedertäufer. Sein letztes Bild, die „Sintflut", vollendete 
sein Schwager Piloty. Eduard hIagnus (1799-1872) bildete sich in Paris und Italien und galt als 
einer der besten Porträtmaler seiner Zeit; ausserdem malte er nach seiner Rückkehr das "ltlädchen aus 
Albano", die „Heimkehr des Palikaren", die „Fischerknaben von Nizza", „zwei mit Blumen spielende 
Kinder", letzteres als Rundbild. Ein „Orpheus die Eurydice aus der Unterwelt heraufführend" (1866) 
iiel nicht glücklich aus. Die zahlreichen Porträts von Magnus spiegeln alle Phasen seiner Entwicklung
        

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