Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856756
auf historischer 
Schulen 
Grundlage. 
früher als Schirmer zur stilisierten Landschaft, stattete dieselben aber meist mit Abend- und Mond- 
scheinbeleuchtungen aus. Kaspar Scheuren (1810-1887) giebt meist Aquarellen, welche durch Arabesken 
verbunden werden, wie in seinem Album der Burg Stolzenfels, den 24 Aquarellen aus der Sage und 
Geschichte des Rheins, dem Album von Venedig, den 7 Aquarellen von Coblenz und der Rheingegend. 
Ausserdem hat Scheuren zahlreiche Diplome, Illustrationen zu Dichtern u. dergl. geliefert, alles in 
ornamentistischer Auffassung. In der Düsseldorfer Schule ist Friedrich Simler (1801-1872) als 
Tiermaler und J oh. Wilh. Preyer (1803-1889) als Stilllebenmaler zu nennen. 
In der Berliner Schule ist die Romantik nur ein von fremdher eingedrungenes Element, obgleich 
sie sich, dem Zeitsinne entsprechend, auch hier stark genug geltend macht. Den echten Geist der 
berlinischen Kunsttradition vertritt Franz Krüger (1797-1857), der originelle Meister, der von 
Chodowiecki zu Menzel die Brücke schlug. Krüger bildete sich einzig nach der Natur und zeich- 
nete namentlich ilnablassig Pferde und Hunde. Ein Reiterporträt des Prinzen August von Preussen von 
ihm fand zuerst Beifall. Krügers bedeutendste Bilder sind: „Die Parade auf dem Opernplatze in 
Berlin" (1839), mit der Darstellung der berühmten und bekannten Berliner Persönlichkeiten in den Zu- 
schauergruppen, und das Huldigungsbild (1843), wieder mit Genregruppen Berliner Berühmtheiten; beide 
Bilder sind ganz realistisch gemalt. Im Jahre 1834 entstand das Reiterportrat des Kaisers Nikolaus 
von Russland mit dem Thronfolger und glänzender Suite, 1842 ein ähnlich angeordnetes Reiterbild König 
Friedrich Wilhelms IV. In der Zeit von 1844-1850 machte Krüger mehrere Reisen nach Petersburg. 
Von ihm sind eine grosse Anzahl Tierbilrler, namentlich Stallportrats, vorhanden, ausserdem bewahrt die 
Nationalgalerie in Berlin von ihm zahlreiche Portriitstudien in Blei, Kreide und Aquarell, ein geschicht- 
liches Material von grossem Werte. Krüger zeichnet sich, ähnlich wie Chodowiecki, durch Wahr- 
heit der Auffassung und Schärfe der Darstellung aus. Schüler Krügers waren Ludwig Elsholtz 
(1805-1850), durch Schlachtenbilder bekannt; Karl Friedrich Schulz (1796-1866), der 1831 ein 
Bild „Wilddiebe im Walde" malte, und Karl Stef f eck, dessen Thätigkeit spaterhin zu schildern ist. 
Andererseits wird die Berliner Schule stark von der französischen beeinHusst. Karl Wilhelm Wach 
(1787-1845) studierte bei David und Gros in Paris und folgte dem französischen Klassizismus. Wach 
ging 1817 nach Rom und eröffnete zurückgekehrt (1819) in Berlin eine Malerschule nach Pariser Muster, 
aber zugleich in eklektischer Anlehnung an Raffael, Giulio Romano und Andrea del Sarto. 
Bereits um die Mitte der dreissiger Jahre zeigte es sich, dass Wach hinter dem Kolorismus der neueren 
französischen Maler zurückblieb, seine „Judith mit dem Haupte des Holofernis" (1839), der „heilige 
Otto, Bischof von Bamberg" (1844) erfuhren deswegen eine scharfe Kritik. Karl Begas (1794-1854), 
obgleich ein Schüler von Gros, brachte die romantische Malerei nach Berlin; seine ersten Bilder "Christus 
am Ölberge (1818) und die "Ausgiessung des heiligen Geistes" (1821) für den Dom in Berlin, zeigten 
noch die französische Schule, aber er studierte danach die altdeutschen Meister und trat in Berlin mit 
einem Doppelbildnis seiner Eltern auf, ganz im altdeutschen Geiste gehalten. Seit 1822 in Rom schloss 
er sich eng an die Nazarener an und malte im Stile der alten Florentiner, betrieb indes zugleich seit 
seiner Rückkehr nach Berlin (1824) ein eifriges Modellstudium. Aus dieser Zeit stammen: „Taufe Christi" 
für die Potsdamer Garnisonkirche, „Tobias und der Erzengel Raphael am 'I'igris", die "Auferstehung 
Christi" für die Werdersche Kirche u. s. w. Der romantische Zug kam bei Begas, vielleicht durch die 
Düsseldorfer angeregt, in seinen Genrebildern zum Durchbruch; die "Loreley" (1834), in dieser Art auf- 
gefasst, wurde sehr populär, „Heinrich IV. "in Canossa" zeichnete sich durch energische Charakteristik 
aus, der "mittelalterliche König, der dem Saitenspiel eines Pagen lauscht", schlug ganz in den senti- 
mentalen Düsseldorfer Ton. Von diesem Zuge hat sich Begas später wieder befreit; seine" „drei Mädchen 
im Schatten einer Eiche" und besonders die humorvolle "Mohrenwasche" (1842) fanden ungeteilten Beifall. 
Begas erfuhr noch den Einfluss der belgischen Bilder, und malte in der Folge in "kräftiger Koloristik
        

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