Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856712
Grundlage. 
historischer 
Schulen 
eiche gefallt" und "Daniel in der Iiöwengrube", letzteres 1838 bei Veit in Frankfurt gemalt; sein ferneres 
Wirken ist im folgenden Abschnitte zu schildern. Christian Köhler (1809-1861) malte fast aus- 
schliesslich alttestamentarische Scenen. Von Heinrich Mücke (1806-1891) stammen die Fresken 
im Schlosse zu Hettorf mit den Geschichten Kaiser Friedrich Barbarossas und der Fries im Rathause 
zu Elberfeld, die Ausbreitung des Christentums darstellend. Eine „heilige Katharina von Engeln empor- 
getragen" (1836) und ein Cyklus von Ölbildern „Geschichte des heiligen Meinrad" zeigen die Gefühls- 
weise der Romantik. Der "Rheinfries" von Mücke führt von den Quellen bis zum Meer in historischen 
Begebenheiten und Sagen. Clemens Bewer, Paul Kiedrich und Lorenz Clasen, letzterer der 
Schöpfer der Allegorie "Wacht am Rhein", gehören zu den Historienmalern der Düsseldorfer Schule. 
Julius Röting hat 1866 eine grossartige "Grablegung Christi" gemalt. Wilhelm Volkhart (1815 
bis 1876) hat viel Porträts gemalt, ausserdem einen "Christus als guter Hirt", "Frithjof und Ingeborg", 
die Bilder aus Maria Stuart und "Wallenstein und Seni". Joseph Kehren (1817-1880) malte meist 
religiöse Bilder und wurde 1852 mit der Vollendung der von Rethel begonnenen Bilderreihe im Rathaus- 
saale zu Aachen beauftragt. Die "Taufe Wittekinds", die "Kaiserkrönung Karls des Grossen durch 
Leo III.", die "Gründung des Aachener Münsters", und die "Ernennung Ludwigs des Frommen zum 
Nachfolger Karls des Grossen" rühren von ihm her. Seit 1862 weilte Kehren wieder in Düsseldorf, 
schuf eine Justitia für den Schwurgerichtssaal in Marienwerder, und lieferte 1872, mit Comanns 
zusammen, den Cyklus von Wandbildern für die Aula des Seminars zu Mörs, die Hauptmomente der 
Weltgeschichte bis zur Aufrichtung des neuen deutschen Reichs darstellend. Karl Österley der Ältere 
(1805-1891), bis 1836 Professor derKunstgeschichte in Göttingen, ging dann erst nach Düsseldorf 
zu Schadow. Er malte die "Tochter Jephtas", und erhielt den Auftrag für ein Freskobild in der 
Schlosskirche zu Hannover, die "Himmelfahrt Christi" darstellend. Spätere Gemälde von ihm sind: 
"Christus von der T hür des Ahasverus verstossen", "Beatrice und Dante vor dem Paradiese", "Leonore" 
nach Bürger, "Christus am Kreuz" und u. a. Gustav Karl Steffer (1832-1871) studierte in Berlin 
und in Paris bei Couture und kam erst 1865 als Professor nach Düsseldorf. Aus seiner früheren Zeit 
stammen: der "Tod des Wendenkönigs Gottschalk" und "Abisay mit König David", seine übrigen Bilder 
sind religiösen Inhalts. Emanuel Leutze (1816-1868) ist ein Nachfolger Lessings und wie dieser 
Romantiker; er wurde der erste Maler des amerikanischen Freiheitskampfs. Seine Gemälde sind kräftig 
im Kolorit, aber nicht durchgebildet in der Zeichnung. Seine bedeutenden Darstellungen amerikanischer 
Ereignisse begannen mit "Washingtons Übergang über den Delaware", darauf folgten die Columbus- 
bilder: "Columbus vor dem Rat in Salamanca", "Columbus erste Landung in Amerika" u. s. w., dann 
die "erste Landung der Normannen in Amerika", "Auswanderer von Indianern bedroht", "Schlacht bei 
Monmouth". Aus der englischen Geschichte gab Leutze "Raleighs Abschied von seiner Gattin" u. s. 'w. 
und aus dem Spanisch-Maurischen das "Mädchen von Zaragossa", die "Rose der Alhambra". Im Jahre 
1859 nach Amerika zurückgekehrt begann Leutze die Wandgemälde im Kapitol zu Washington mit 
dem "Vordringen der Civilisation nach Westen"; bei dem Carton "Aufhebung der Sklaverei" überraschte 
ihn der Tod. Wilhelm Sohn (geb. 1830), Neffe und Schüler Carl Sohns, hat einen "Christus auf 
sturmbewegter See", einen "Christus am Ölberge" für die Kirche in Jauer, die "Konsultation bei einem 
Rechtsanwalt" und die "Abendmahlfeier in einer protestantischen Patrizierfamilie" geschaffen, sämtlich 
durch glänzendes Kolorit ausgezeichnet. Als Schüler Carl Sohns sind noch Ludwig Descoudres 
(1820-1878) und die Portratmalerin Marie Wigmann (1826-1894) zu nennen. Otto Knille 
(1832-1898) studierte in Düsseldorf, in Paris bei Couture und ging später nach München. Bilder 
aus seiner ersten Zeit sind: "Tod des Gothenkönigs Totilas", "Leiche des Cid, welche die Mauren 
schreckt", "Gothen, in den Tempel der Athene eingedrungen". Im Jahre 1865 erhielt Knille den 
Auftrag die Marienburg bei Nordstemmen mit Wandgemalden aus der Thüringer Sage zu schmücken. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.