Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856694
Schulen 
auf historischer 
Grun (Hago. 
Bilder von grossartiger Auffassung mit romantischen Beleuchtungseffekten. Friedrich Mayer (1825-1875) 
malt schöne Bilder aus Tyrol. Anton Zwengauer (1810-1844) bevorzugt die Wiedergabe der Luft- 
stimmungen, wie in seinem "Mittag auf der Alm", „Herbstabend mit einem Hirsch am Wasser", 
„Abend auf der Alm", "nach Sonnenuntergang" u. a. August Bromeis (1813-1881), ein Schüler 
Morgensterns, fertigte in Italien eine Anzahl grosser Kohlenzeichnungen und führte nach den- 
selben eine Reihe von Ölgemälden aus; er lehrte seit 1867 an der Akademie in Kassel. Adolf 
Stademann (1824-1895) ist ganz Stimmungsmaler; Winter- und Mondscheinlandschaften bilden seine 
Spezialität. 
Die Düsseldorfer Akademie, zu deren Organisation Cornelius 1818 berufen war, sollte nach 
seiner Absicht ebenso eine Schule der Monumentalmalerei werden, wie es die Münchener unter seiner 
Leitung thatsachlich wurde. Indes blieb es in der Düsseldorfer Schule bei einigen, nicht sehr gelungenen 
Versuchen dieser Art, unter denen die Gemälde in der Aula der Universität zu Bonn und die in dem 
Schlosse des Barons von Plessen bei Düsseldorf zu nennen sind. Nachdem Cornelius ganz nach 
München übergesiedelt war, kam die NIonumentalm-alerei Düsseldorfs ins Stocken. Nach einer Zwischenzeit 
unter Mosler bis 1826 übernahm Wilhelm Schadow (1789-1862) die Leitung der Akademie und brachte 
eine Anzahl Schüler aus Berlin mit, bei denen die romantische Richtung überwog. Es kamen in Düssel- 
dorf zwar nur Staffeleibilder zur itusfülirung, jedoch wurden die ersten Schüler Schadows, B endemann, 
Hübner, Lessing, Hildebrandt und Sohn, sofort durch ihre Erstlingswerke berühmt. Schadow 
hatte noch in Berlin, an der Decke des Prosoeniums im neuen Schauspielhause, ein koloristisch bedeutendes 
Bild, ein Bacchanal, ausserdem eine Anzahl Kirchenbilder geschaffen und galt zugleich als ein tüchtiger 
Portratmaler. Er war früher mitOverbeck und anderen in der Casa Bartholdy zu Rom thatig gewesen, 
ohne jedoch tiefer von der Richtung der Nazarener berührt zu werden; seine Richtung ging auf das 
Eklektische und bis auf einen gewissen Grad auf das Realistische, und diese Eigenschaften bewahrte er 
auch als Lehrer, indem er seine Schüler unablässig auf das Naturstudium hinleitete. Schadow hat eine 
Anzahl bedeutender Gemälde geschaffen: eine "Mignon", die „vier Evangelisten" für die Friedrich- 
Werdersche Kirche in Berlin, „Christus am Ölberge" für die Marienkirche in Hannover, eine "Charitas", 
die "himmlische und irdische Liebe", und besonders ein koloristisch bedeutendes Bild "Christus und die 
klugen und thörichten Jungfrauen" für die Galerie des Stadelschen Instituts in Frankfurt a. M. (1842). 
In spateren Jahren hat er noch den „Brunnen des Lebens", "Himmel, Fegefeuer und Hölle" und eine 
Anzahl vortrefflicher Porträts gemalt. Scha dow legte 1859 sein Amt als Direktor nieder. Eduard 
Bendemann (1811-1890) wurde 1832 durch sein Bild „die trauernden Juden im Exil" bekannt; es ist 
kein eigentliches Historienbild, aber von rührender und tragischer Wirkung; hierauf folgten von ihm: 
„Jeremias auf den Trümmern Jerusalems", und „Jeremias beim Falle Jerusalems". Bendemann wurde 
1838 nach Dresden berufen, um im königlichen Scihlosse stereo-chromische Wandbilder auszuführen; im 
Ballsaal wurden Scenen aus dem griechischen Leben, im Thronsaal Geschichtsbilder in allegorischer 
Fassung, sämtlich in forinenglatter Vollendung, aber ohne tiefen Inhalt dargestellt. Im Jahre 1859 
kehrte Bendemann als Nachfolger Schadows an die Akademie in Düsseldorf zurück. An Staffelei- 
bildern entstanden noch von ihm: "Odysseus und Penelope", "Penelope auf ihrem Lager sitzend" und 
eine Anzahl Bildnisse, ausserdem an Zeichnungen ein Oyklus von Scenen aus Nathan dem Weisen und 
an Aquarellen drei Wüstenbilder. Bendemann führte mit Hülfe seiner Schüler verschiedene Wand- 
malereien aus, wie die im Schwurgerichtssaale zu Naumburg, "in der Aula der Realschule zu Düsseldorf 
und endlich die Dekoration des ersten Corneliussaals in der Berliner Nationalgalerie mit bereits etwas 
schwächlichen Allegorien. Carl Friedrich Lessing (1808-1880), der bedeutendste unter den ersten 
Düsseldorfern, malte auf Grund gewissenhafter Naturstudien seit 1828 romantische Landschaften; das 
„Schloss am Meer" mit dem trauernden Königspaar, machte ihn berühmt. Bis 1830 entstanden noch im
        

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