Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856596
Schulen 
historischer 
Grundlage. 
emporsteigt. Die Friesreliefs in der Kuppel desselben Schlosses sind von W eitbrecht und geben die 
vier Zahreszeiten in ländlichen Beschäftigungen wieder, die kleineren Giebelfeldei" sind von Wagner mit 
Skulpturen geschmückt. Theodor von Wlagner (1800-1880) war ein Schüler Danneckers, später 
T horw aldsens in Rom. Seine Werke sind grösstenteils für Württemberg bestimmt: Statue des heil. 
Lucas in Marmor für die Grabkapelle der Königin Katharina von Württemberg, Figuren für das Theater 
in Cannstatt und vier Erzstatuen am Postament der Jubilaumssäule in Stuttgart, ausserdem vier Bronze- 
reliefs daselbst. Eine (iruppe ßüanymed und Hebe" ist für König Wilhelm in Württemberg ausgeführt, 
eine Nymphe in Marmor für Kaiser Alexander H. von Russland u. s. w. Wagner hat viele Porträt- 
büsten geliefert, ausserdeln eine Kolossalstatue König Wilhelms für das Museum in Stuttgart. Ludwig 
von Hofer (geb. 1801) kam 1838 von Rom nach Stuttgart zurück und erhielt zwei Kolossalgruppen von 
Rossebändigern für den Schlossgarten in Auftrag, dieselben schliessen sich den Dioscuren auf Monte Uavallo 
in Rom an. Weiter entstand von ihm: „der Raub des Hylas" für den Schlossgarten, das Reiterstand- 
bild des Herzogs Eberhard im Bart im Hofe des alten Schlosses, die Statue der Concordia auf der 
Jubiläumssäule, das Beiterdenkmal des Königs Wilhelm für Ludwigsburg. Später ging Hofer nach 
Rom zurück und schuf 1880 die ltlarmorgruppe „Raub der Proserpina".  
Den Vorigen schliessen sich noch eineiAnzahl Künstler an, die vereinzelt in Nord- und Süd- 
deutschland leben ohne mit einer Schule in irgend eine Beziehung zu treten, von denen indes einige 
durch ein starkes Sondergeprage ausgezeichnet sind. Siegel in Hamburg liefert kolossale Götter- 
büsten für das Haus des Dr. Abendroth; Ernst von Bandel (1800-1876), in München und Rom 
gebildet, hat sich durch die Kolossalstatue des Arminius auf der Höhe von (irotenburg bei Detmold 
bekannt gemacht. (1834-1875). Der künstlerische Wert der Figur ist gering, sie leidet ähnlich wie 
die Bavaria in München an einer allzumassigeu Einzelbildung. Ausserdem hat Bandel noch eine 
Caritas, Amor und Psyche, eine Venus und einen schlangenwürgenden Herkules gebildet. Eine selb- 
ständige Richtung verfolgt Wilhelm Achter m ann (1799-1882) in seinen religiösen Bildwerken; er 
arbeitete zwar von 1833-1839 in Rauchs Atelier, schloss sich aber in den vierziger Jahren in Rom den 
Nazarenern an. Seine, zahlreichen religiösen Skulpturen für die Kirchen Westfalens, unter anderem 
eine Pietät und eine Kreuzabnahme für den Dom in Münster, sind voll innerlicher Empfindung. 
Wendenstadt und Zwerger haben 1843 das Denkmal Karls des Grossen auf der alten Mainbrücke 
in Frankfurt geliefert, eine rein dekorative Arbeit in Sandstein. Von Johannes Dielmann rührt das 
Sehillerdenkmal in Frankfurt a. M. her, von A. von Nordheiln das Senckenbergdenkmal, von H. Petri 
die Kolossalbtiste Kirchners. Pompeo Marchesi, Professor in Mailand, hat mehrere Denkmalswerke 
für Deutschland geliefert; so für Graz das Franzens-hlonument (1841), für die Stadtbibliothek in Frankfurt 
eine sitzende Goethestatue. Das Denkmal Franz I. in Prag in Bronze, umgeben von Statuen, welche die 
Kreise Böhmens darstellen, ist von Joseph Max ausgeführt. 
Malerei. 
Als Hauptbegründer der neueren deutschen Malerei ist Peter Cornelius (1783-1867) zu 
betrachten, mit seiner Thäitigkeit beginnt das Loslösen von französischen Einflüssen, hauptsächlich 
bewirkt durch eine Wendung zu den altdeutschen Meistern der Epoche zwischen Spätgotik und 
Frührenaissance, welche den Höhepunkt der deutsch-nationalen Entwicklung der Malerei bezeichnet. 
Wir werden allerdings sehen wie sich das französische Element in den vierziger Jahren, durch den 
Kolorismus, wieder beherrschend einführt und genau genommen bis heute noch nicht ganz beseitigt ist, 
obgleich die späteren deutschen Schulen in Absicht auf Kompositioneund Wahl der Stoffe keineswegs 
mehr als Nachtreter der Franzosen zu betrachten sind. Cornelius ist der Xiertreter der grossen
        

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