Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856550
Schulen auf historischer 
Grundlage. 
eine Anzahl Kompositionen aus der Mythe von Amor und Psyche, dann für das Museum in Dresden die 
Statuen Alexanders, Lysippos', Dantes, Cornelius', Michelangelos und Raffaels, die Zwickelfiguren einer 
Eva, einer Judith mit dem Haupte des Holofernes, des Jakob, der mit dem Engel ringt und die Gestalten der 
Sibyllen. Besonders gut gelangen Hahnel wieder die Allegorien in den Nledaillons mit den Dar- 
stellungen der drei bildenden Künste und den Grazien für dasselbe Bauwerk. Das Denkmal des Königs 
Friedrich August I. für den Dresdener Neumarkt weist wieder vortreffliche Sockelfiguren auf: Frömmig- 
keit, Weisheit, Gerechtigkeit und Stärke. Am Zwingerpavillon hat Hähnel sechs Figuren ausgeführt, ver- 
schiedene Zweige der Poesie und Musik darstellend, an dem Turme'der Kirche zu Neustadt-Dresden 
vier Evangelisten und die heiligen drei Könige. Ein Reiterbild des Feldmarschalls Schwarzenberg in 
Wien ist nicht gelungen. Am Wiener Opernhause hat Hähnel fünf Figuren für die Loggia geliefert: 
Phantasie, Melpomene, Thalia, Liebe und Heroismus; die Pegasusgruppen am Giebel mit den darauf 
sitzenden Genien befriedigen nicht ganz. An Denkmälern entstehen: das für den bei Quatrebras 
gefallenen Herzog von Braunschweig, das Theodor Körners in Dresden (1871) und das für Leibniz in 
Leipzig (1881), ausserdem die Gruppe einer Eva, die den kleinen Abel vor Kain schützt. Hähnel ver- 
tritt den deutschen Idealismus, gepaart mit philosophischem Tiefsinn und innerlichem Gefühl. Für diese 
Seite seines Wesens sind die psychisch-prometheischen Elemente, die in dem Skulpturenschmuck des 
Dresdener Museums verkörpert sind, bezeichnend. Auch in Hahnels Portratstatuen zeigt sich das 
glückliche Erfassen der geistigen Grundlage einer Persönlichkeit, weniger gelingt ihm die treu realiste 
Wiedergabe der Wirklichkeit. Gustav Kietz (geb. 1826) hat am Lutherdenkmale Rietschels die 
sitzende Figur des Huss, die Statue Philipps von Hessen und die Perfonifikation der Stadt Augsburg 
ausgeführt. Selbständig von ihm geschaffen sind die Bronzestatuen Lists für Reutlingen und des Uhland- 
denkmals für Tübingen, dann Faust und Mephisto für das Hoftheater in Dresden. Kietz hat ausserdem 
noch zahlreiche Büsten und die Statue einer Madonna geliefert; jene zeigen stets einen charakteristischen 
Ausdruck der Empfindung. August Wittig (geb. 1826), wie Kietz ein Rietschelschüler, hat sich 
vorzugsweise der religiösen Plastik gewidmet. Die Berliner Nationalgalerie enthält von ihm die Marmor- 
gruppe „Hagar und Ismael", 1852 in Rom begonnen, 1871 vollendet. Andere religiöse Werke von ihm 
sind: das Relief einer Grablegung Christi und zwei Apostelstatuen für die Basilika in Trier, sämtlich 
durch grossartige Formenbehandlung und tiefen Ernst der Auffassung ausgezeichnet. In der Porträt- 
plastik hat Wittig eine Kolossalbüste W. Schadows für Düsseldorf, eine Kolossalbüste von Cornelius für 
die Berliner Nationalgalerie und eine Marmorstatue von Carstens für die Vorhalle des Museums in 
Berlin geliefert. Seit 1864 lehrt Wittig an der Akademie in Düsseldorf. 
Auf den nachhaltigen Einfluss, den Thorwaldsen auf die deutsche Bildhauerkunst ausgeübt 
hat, wurde schon im vorigen Abschnitt hingewiesen. Es lassen sich eine Anzahl bedeutender deutscher 
Künstler als Thorwaldsenschüler namhaft machen, indes ist keiner unter denselben, von dem wieder 
eine eigne Schulbildung ausgegangen wäre. Rudolf Schadow (1786-4822), der Sohn Gottfried 
Schadows, seit 1810 in Rom, stand dort unter dem Einliusse Canovas und Thorwaldsens; unter 
seinen Arbeiten finden sich „Paris, über das Urteil nachsinnend", die Sandalenbinderin, die Spinnerin 
u. a., sämtlich stark nach antiken Mustern stilisiert. Peter Schöpf (1804-1856) kam 1832 nach 
Rom zu Thorwal dsen, und hat in den Jahren 1837-1844 in München mehrere Büsten für die Ruhmes- 
halle, den Vulkan für die Fassade der Glyptothek, und die Reliefs: Erato und Eros, Schaferknabe mit 
einem Böcklein spielend, Orpheus in der Unterwelt, das letztere polychrom, geschaffen, kehrte indes 
1844 nach Rom zurück. Hier entstanden von ihm: die Statue Conradins von Hohenstziufen für S. Maria 
del Carmine in Neapel; ein Marmorrelief für 
Büste Platens für sein Grabmal in Syrakus u. 
unter Thorwaldsen in Rom die Ergänzung 
die 
a. 
der 
Anima in Rom, Maria mit dem Christuskinde; eine 
Eduard von der Launitz (1797-1869) bewirkte 
äginetischen GiebeIgruIJpen und liess sich später in
        

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