Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meister-Holzschnitte aus vier Jahrhunderten
Person:
Muther, Richard Hirth, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1849924
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1850290
XLI MEI-STERHOLZSCHNITTE LXII 
 
revidirt und mit Correcturen versehen sind, die der Holz- 
schneider dann genau beobachtete. D1e Tafeln deghfirs Smd 
wahrhafte Facsimiles nach Rubens. 'Er we1ss_d1e Zeichnung 
des Meisters in 31V ihrer kraftgeniahschen. Breite, der ganzen 
ausdrucksvollen Energie ihrer Conturen wiedßrzugebenl Ofierw 
wie in dem folgenden Blatte, ihm auch mit zartem VCrStand- 
niss auf das Gebiet des liebenswürdig Idylhschen zu folgen 
Tafel 173 und 174. Christoph fegher nach P. P. Rubens. 
Die Ruhe auf der Flucht nach AegyPtßn- Enge-II sPlelen 
mit dem Lamm. Helldunkel von N2 Platten, eines von 
Jeghers schönsten und seltensten Blattern. Vgl. Andresen, 
Handbuch für Kupferstichsammler I, p. 716. Nr. 2. Original 
h. 460 mm, br. 600 mm. 
Tafel 175. Christoph jegher nach P. P. Rubens. 
Christus und Johannes als Kinder mit dem Lamm in einer 
Landschaft. Andresen, Handbuch für Kupferstichsammler I, 
p. 716, Nr. 5. Original h. 340 mm, br. 450 mm. Re- 
produktion h. 168 mm, br. 223 mm nach dem Exemplar 
des kgl. Kupferstichkabinets zu München. 
Tafel 176 und 177. Christoph jegher nach P. P. Rubens. 
Herkules bekämpft den Neid und die Zwietracht, eine Tafel, 
die eines der Plafondbilder des Banketsaals in Whitehall 
wiedergibt. 1629, während seines Aufenthalts in London, 
empfing Rubens den Auftrag und 1634 wurden seine Bilder 
angebracht. Das Kraftgenialische von Rubens hat in keiner 
Reproduction einen adaequateren Ausdruck gefunden. Vgl. 
Andresen, Handbuch für Kupferstichsammler I, p. 71 6, Nr. 7; 
Hymans, La gravure dans Pecole de Rubens, Brüssel 1879, 
p. 450. Schneevoogt, Catalogue des estampes gravees 
d'apres Rubens p. 129, Nr. 68. Original h. 590 mm, 
br. 350 mm. 
Tafel 178. Christoph fegher nach P. P. Rubens. Der 
trunkene Silen von zwei Satyrn geführt. Vgl. Andresen, 
Handbuch für Kupferstichsammler I, p. 7 1 6, Nr. 8. Original- 
grösse. Reproduction nach dem Exemplar des kgl. Kupfer- 
stichkabinets zu München. 
Tafel 179 und 180. Christoph fegher nach P. P. Rubens. 
Susanna im Bade, wohl die am breitesten behandelte Holz- 
platte, die jemals unter eine Presse ging. Andresen, Hand- 
buch für Kupferstichsammler I, p. 716, Nr. 1. Original 
h.8 440 mm, br. 575 mm, Reproduktion h. 272 mm, br. 
3 0 mm. 
Tafel18I und 181a. Christoph jegher nach P.P. Rubens. 
Zwei Plafondbilder der Jesuitenkirche zu Antwerpen, Chris- 
tus vom Teufel versucht und die Krönung der Maria. 
Ersteres Blatt wurde  September 1633 in der Plan- 
tin'schen Offizin gedruckt. Den Druck berechnete Moretus 
2. April 1636 mit 72 fl. 3 (ltem, doibt pour Pimpression de 
2000 irnages de bois, avec le papier etc. F1. 72,3). Vgl. den 
Artikel von Hymans in dem Sammelwerk Pierre Paul Rubens 
sa vie et ses oeuvres. Paris, p. 257. Die Originale (h, 
280 mm, br. 380 mm) im kgl. Kupferstichkabinet zu Brüssel. 
Tafel 182. Rembrandt. Kopf eines Philosophen mit 
Sanduhr und Todtenkopf. Vgl. Bartsch, Catalogue raisonne 
de Poeuvre de Rembrandt, Nr. 318; Ch. Blanc 1 13 g Dutuit, 
Poeuvre complet de Rembrandt, Nr. 313. Die Reproduction 
links vergegenwärtigt den ersten, diejenige rechts den zweiten 
Zustand des Blattes. Paris,Nationalbibliothek. Originalgrösse. 
Die Autorschaft Rembrandts ist zwar durch nichts bezeugt, 
doch halten sowohl Bartsch wie Le Blanc und Dutuit wohl 
mit Recht daran fest, während Wilson, der das Blatt dem 
Jan Livens zuweisen möchte, dafür auch keinen andern 
Grund geltend machen kann, als dass Livens der einzige 
unter den Zeitgenossen Rembrandfs war, dessen Thätig- 
keit für den Formschnitt durch eine Reihe bezeichneter 
Blätter bezeugt ist. 
Tafel 183. fan Linens, geb. 1607 in Leyden, 1630 
bis 1633 in London, dann in Antwerpen thätig, wo er 
1663 gestorben sein soll. Als Maler und Radirer Nach- 
ahmer Rembrandt's, behandelte er auch den Holzschnitt 
in einer Weise, dass derselbe Aetzblättern ähnlich und zu 
ganz coloristischer Wirkung gebracht ward. Von dieser 
malerischen Behandlung gibt das vielleicht nach Tizian, 
jedenfalls nach einem Italiener geschnittene Bildniss eines 
venezianischen Nobile eine Probe. Vgl. Bartsch, Catalogue 
de l'0euvre de Rembrandt, Bd. II, Nr. 61; Bucher, Geschichte 
der techn. Künste I, p. 421. Das Blatt ist sehr selten. 
Reproduction nach dem Exemplar des kgl. Kupferstich- 
kabinets zu Dresden. Zwei andere Exemplare befinden sich 
in der Sammlung König Friedrich Augusts II in Dresden. 
Original h. 164, br. 124 mm. 
Tafel 184. [an Liwns. Brustbild eines Alten mit 
langem Bart. Sehr selten. Vgl. Bartsch, Catalogue de 
Poeuvre de Rembrandt II, p. S4, Nr. 60; Andresen, Hand- 
buch für Kupferstichsammler II, p. 66, Nr. 21. Repro- 
duction nach dem Exemplar des Pariser Kupferstichkabinets. 
Originalgrösse. 
Tafel 185. Christoph fegher nach Erasmus Quellinus. 
Zwei Engel vor einer Monstranz betend. Reproduction in 
Originalgrösse nach dem Exemplar des kgl. Kupferstich- 
kabinets zu Brüssel. 
Tafel 186. Gonrales van Heylen, Zeichner und Form- 
schneidet zu Antwerpen, gest. 1720, nach G. Maes. Büste des 
Evangelisten Lucas in einer Nische, umgeben von Emblemen 
der Künste. Votivblatt für die Aufnahme des Künstlers 
in die Lncasgilde. Vgl. Andresen, Handbuch für Kupfer- 
stichsammler, I, p. 670. Reproduction in Originalgrösse 
nach dem Exemplar des kgl. Kupferstichkabinets zu Brüssel. 
Tafel 187. jacgues Stella, Maler, Radirer und Zeichner 
für den Holzschnitt, geb. in Lyon I 596, gest. in Paris 1657. 
Christus erscheint der Magdalena als Gärtner. Eines der 
interessanteren Blätter aus der Verfallzeit der Holzschneide- 
kunst. Original h. 280 mm, br. 230 mm im königl. 
Kupferstichkabinet zu München. 
Tafel 188. (Angeblich) Marie de Medici, Prinzessin 
von Toskana, geb. zu Florenz 1573, vermählt 1600 mit 
König Heinrich IV. von Frankreich, gest. auf der Flucht 
vor ihrem Sohn Ludwig XIII. zu Köln, 3. Juli 1642: Ihr 
eigenes Porträt, 14 Jahre alt, Büste in Profil nach rechts, 
unterschrieben: Maria Medici F. MDLXXXVII. Der Beleg, 
dass das Blatt von der Königin selbst in Holz geschnitten 
sei, wird aus der Unterschrift des Pariser Exemplars her- 
geleitet: La planche de cette estampe a sie gravee par 
la Reyne Marie de Medicis qui 1a donna a Mr. Champagne 
dans le temps qu' il la peignoit, lequel Champagne a ecrit 
derriere la planche ce qui suit: le vendredy 22 de Febu- 
rier 1629. La reyne mere Marie de Medicis, m'a trouve 
digne de ce rare present fait de sa propre main. Cham- 
pagne." Vgl. Papillon, Traite I, p. 260, Robert-Dumes- 
nil, Peintre-graveur frangais V, 66. Original h. 312, 
br. 217 mm in der Pariser Nationalbibliothek. Ein anderes 
Exemplar in der Sammlung Friedrich August II. in Dresden. 
Tafel 189. Christoph van Sichem, geb. zu Delft um 1580, 
arbeitete in Amsterdam. Ein junger Mann, das Hackbrett 
spielend, im Grunde vier Sänger. Nach Hendrick Goltzius. 
Bartsch III, p. 127, Nr. 4. Andresen, Handbuch für Kupfer- 
stichsammler II, p. 507, Nr. 11. Original h. 310 mm, 
br. 220 mm im kgl. Kupferstichkabinet zu Münchens 
Tafel 1 90. Das Gastmahldes Assuerus und derVasthi. Buch 
Esther, Cap. 1. Anonymer französischer Holzschnitt aus einer 
in London bei Gylles Goodet 1566 gedruckten Bilderbibel, 
von der ein vollständiges Exemplar nur in der Pariser National- 
bibliothek vorkommt. Original h. 370 mm, br. 470 mm. 
Tafel 191. Der verlorene Sohn. Anonymer franzö- 
sischer Holzschnitt ebendaher und von der gleichen Grösse. 
Die Figuren sind in beiden Blättern gross und schlank,
        

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