Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846137
CA 
l) 
XIV 
AU FENTHALT 
ROM 1545. 
463 
Tochter Karls; Kardinal Alessandro war des wandernden Diplo- 
matenlebens über-hoben. Fast die ganze Farnesische Sippe sass 
in Rom beisammen, mit dem gesellschaftlichen Hauptquartier im 
Palast des Belvedere. Nichts natürlicher nun, als dass die Fa- 
milie eben damals ernstlicher auf den Gedanken zurückkam, Ti- 
zian ilach Rom zu ziehen. Ob der Meister gegenüber dem starken 
Drängen Guidubaldds und eingedenk seiner schlimmen Erfahrun- 
gen mit den Farneses sich freiwillig entschlossen haben wurde, 
ihrem Ruf zu folgen, ist fraglich. Den Ausschlag gaben die Vor- 
stellungen Girolamo QuirinYs, der ihm die besonderen Vortheilc 
klar machte. Er wusste übrigens, dass sich Tizian dem Herzog 
von Urbino zu zeitweiligem Aufenthalt in Pesaro verpliichtet hatte 
und liess dies bei seinen Berechnungen nicht ausser Acht. 57 
Auf dieses Abkommen vertrauend nahm Herzog Guidubald 
seit September 1545 den Meister unter seinen persönlichen Schutz, 
liess ihn mit seinem Sohne Orazio, der ihm jetzt als Gehilfe zur 
Seite stand, in seinem Gefolge über Ferrara nach Pesaro mit- 
reisen und ilach kurzem Aufenthalte daselbst durch die päpst- 
lichen Staaten bis Rom geleiten? Dergleichen Ehren waren seit 
Apelles keinem Künstler zu Theil geworden. In einem Briefe an 
Guidubald vom Oktober versichert Aretin: "Tizian heisst mich 
den Herzog von Urbino anbeten, dessen fürstliche Gnade noch 
nie ihres Gleichen gehabt und er möchte durch mich seinen Dank 
aussprechen für die sieben Reiter der Escorte, für die freie Reise, 
das Weggeleit, die Ehren, Freundlichkeiten und Geschenke und 
das gastliche Asyl in einem Palaste, den er wie seinen eigenen 
betrachten durfte "F"  „Euer oder vielmehr unser Tizian"  
so schreibt Bembo an Girolamo Quirini aus Rom  „ist nun 
hier und hält sich Euch zu grossem Dank verpflichtet, da Ihr 
allein ihn zu dieser Reise bestimmt und aufs Liebenswürdigste zu 
dem Wagniss überredet hättet, das so über Erwarten gelungen 
5' Bembo an Quirini, Rom I0. Oktober 1545 in Bembds Opere VI. S. 316, 
und Vasari XIII. 36. 
59 Ebenda und vg1.Aretin's Brief an Modanese, Venedig Oktober, 1545, sowie 
Aretin an Guidubald in den Lettere di M. P. Aretino III. S. 217 und 223. 
59 Aretiu an Guidubald a. a. O. 
Oktober 
1545 
Bembds 
Opere 
316,
        

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