Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846003
Q 
TIZIAN 
ilrJND 
DIE FARNVESEVPi 
OAP. 
XIV. 
formt. Der religiöse Inhalt ist in seine realistische Erscheinung, 
die erhabene Idee des Opfers der Gottheit in eine Schaustellung 
Begääglza. gewöhnlichen Leidens verwandelt. Er bedient sich im Allge- 
meinen der einfachen Cornpositionslinien, welche der „Te1npel- 
besueh Maria's" zeigt; die Scene vertheilt sich auf die Treppen- 
flucht, welche zum Riehthause führt und auf den davorliegenden 
Platz. Oben auf 'dem Podest vor dem Portale erscheint der Hei- 
land vor dem Volk. Der Seherge hinter ihm blickt auf Pilatus, 
der  ein unverkennbares Conterfei Alretißs  mit der Frag-e auf 
Christus deutet: „wa.s hat er Uebles gethan?" während die Prie- 
stersehaft und die versammelte Menge in den Ruf "Kreuzige ihn!" 
ausbrechen. Zwei Leute aus dem Volk kommen die Stufen heran, 
um das Opfer zu heischen, zwei Hellebardiere schreiten vor, hinter 
ihnen sieht man eine junge Frau, die ihren ersehroekenen Knaben 
an den Schultern fasst. Ein Prälat in rothein Ornate tritt von 
rechts daher, Weiter zurück steht ein Fahnenträgei- mit dem Banner 
und zwei Reiter  ein Türke nach dem Typus Sultan Solimans 
gezeichnet und ein Ritter in Stahlharniseh. Links an der Treppe 
sitzt ein Mann in Arbeitertraeht seinen heilenden Hund haltend 
und. ein Söldner steht halb kauernd auf den Schild gelehnt und 
blickt nach Christus hinauf. Das Ganze spielt unter freiem Himmel 
vor einem Gebäude, welches trotz seines kerkermassigen Aus- 
sehens reich mit Statuen geschmückt ist. Merkwürdig, wie Tizian 
bei so beengtem Raume und mit nur '27 Figuren doch den Ein- 
druck eines Volksauflaufes hervorbringt. z" 
 
32 Wien, Belvedere, I. Stock, II. Saal N0. 19, Leinwand h. 7 F. 7 Z., br. 
11 F. 3 Z., die Figuren kaum unter Lebeusgrüsse. Auf einem Papierstreifen am Fuss 
der Treppe steht: 
 TITIANV 
S 
EQVES 
CES. 
F 
1543 
Die Verwendung harziger Farben hat das Naehsehwärzen sehr befördert; ausserdem 
ist die Bildüäehe ungleichmässig gereinigt und an vielen Stellen stark naehgebessert 
worden, sodass sie an Haltung eingebusst hat. Dem Schiavone ähnelt der deckende 
ÄsPhaltton und die Derbheit der Formgebung und Geberdenspraehe. Gestochen ist 
das Bild von Wenzel Hollar 1650, photographiert durch Miethke und Wawra. 
        

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