Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845971
CAP. 
ÄIX 
PORTRÄTS 
DER 
FARNESEN. 
447 
des Vaters. Das jugendliche Gesicht mit flaumigem Barte und Neapel. 
nussbraunem Haar ist durch violette Draperie gehoben, die im Nßjfiläileßäß, 
Hintergrund über bräunliche Wandfläehe fallt. Die Zahmheit 
des ganzen Eindruekes rührt ohne Zweifel mit vom Einliusse des 
Alters, vom Abputzen und von Vernachlässigung her. Der Zu- 
stand ist so übel, die Farbe so trocken, dass man Tizian's eigene 
Hand bezweifeln möehtef" Noch fraglicher ist es mit dem zweiten Gliglrge 
Bilde dieses Kardinals in der Galerie Corsini in Rom bestellt, Corsini. 
wenn auch einzelne Stellen auf den Meister zurüokdeutenfö 
Nach der Bemerkung Vasari's befand sich das Porträt Paul's 
des III., von welchem für den Kardinal Guidascanio Santa Fiore 
eine Wiederholung gemacht wurde, in Rom; und er fügt hinzu, 
Original und Wiederholung seien häufig copiert worden. Vielleicht 
wollte er damit andeuten, dass jenes zweite Exemplar von dem . 
Neapolitanischen abwicli. Wir müssen das in der That annehmen, 
weil die Bildnisse Papst Paul's, welche in zahlreichen ausser- 
italienischen Galerien vorkommen, meist in zwei Klassen zer- 
fallen, von denen die eine ihn baarhauptig darstellt mit der Linken 
auf der Stuhllehne und der Rechten auf dem Knie, die andere 
dagegen mit rother Kappe und aufliegender rechter Hand. Von 
dieser letzteren Fassung ist das aus der Sammlung Barbarigo in 
die Petersburgei- Eremitage übergegangene Exemplar, wo beide Igßrtefiburg. 
  m1 age. 
Hände auf der Stuhllehne ruhen, das beste, aber die Ausführung 
ist hastig, sodass man die Beihilfe von Gesellen vermuthen darf; 
auch hat der Dargestellte dadurch ein altlicheres Aussehen be- 
kommen. i" Diejenigen der zweiten Art sind entweder Copien 
21 Neapel, Museo nazionale N0. 18, lebensgrosses Kniestilck auf Leinwand. 
Auf der Rückseite findet sich das Siegel der Farnese (eine Lilie) in Wachs und 
die Beischrift: „C(ardina1e) S. ANGLO." Durch Rcntoilierung wurde das Bild sehr 
gewinnen. Erwähnt ist es im Inventar von Parma aus dem Jahre 1680 (s. Cam- 
pori, Cataloghi S. 230). Ein zweites daselbst verzeichnetes Porträt (Kardinal von 
S. Angelo mit der Kappe, Handschuh in der Linken, die Rechte im Schatten; 
s. Campari a. a. 0. S. 234) ist nicht nachgewiesen. 
25 Rom, Galerie Corsini, Holz, lebensgross. Es stellt den Kardinal in seiner 
Amtstracht mit Kappe nach rechts gewandt vor grünem Vorhang dar. Von der 
ursprünglichen Beschaffenheit ist fast nur in den Schatten der Stirn, an Theilen 
des Nackens und Ohres und der anschliessenden Wange etwas zu bemerken. Ge- 
stochen ist es von Girolamo Rossi. 
28 N0. 101 der Ermitage, Kniestück auf Leinwand. Die Farben sind durchs
        

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