Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845900
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TIZIAN 
UND 
DIE 
FARNESEN. 
XIV. 
lieh er bemüht war, den Kaiser zu sehen, so gross war auch das 
Verlangen KarPs, mit ihm zusammenzutreffen. 
Frühzeitig; im Jahr hatte Paul Rom verlassen und war nach 
Piacenza gegangen, um sich der Strasse des Kaisers zu nähern, 
der aus Spanien erwartet wurde und in Genua landen wollte. 
Am 15. April ging der Papst nach CastelP Arquato zum Besuch 
bei seiner Tochter Konstanza, deren Sohne Guid' Ascanio er den 
Purpur gegeben hatte. Von dort ritt er nach Brescello und fuhr 
am 22. zu Schiff nach Ferrara. Nach kurzem Aufenthalte da- 
selbst wandte er sich nach Bologna zurück und entsendete von 
dort den Pier Luigi nach Genua zur Begrüssnng des Kaisers. 
Karl aber war in schlinnner Laune. V erstimmt über das Schaukel- 
system des Papstes lehnte er ab, nach Bologna. zu kommen und 
schlug statt dessen Parma zur Zusammenkunft vor. Inzwischen 
War heimlich eine Andeutung an den Papst gelangt, dass sich 
der Kaiser für ein erkleckliches Stück Geld möglicher Weise 
würde bestimmen lassen, den Ottavio Farnese mit Mailand zu 
belehnen. Hierauf beschloss Paul der HI. sofort einzuhaken. Nun- 
mehr wurde einerseits Ottavio angewiesen, sich nach Pavia zu 
seiner Gattin Margarethe von Oestreich zu begeben, Pier Luigi 
andererseits nach Castro geschickt, während der Papst selbst von 
Bologna nach Parma -aufbrach, wo er am 15. Juni pomphaft 
genug mit 21 Kardinälen und eben so vielen Bischöfen seinen 
Einzug hielt. Der Kaiser lag in Cremona. Am 20. ging Paul 
nach Busseto, wo den folgenden Tag die Zusammenkunft statt- 
fand. Das ganze Gefolge beider Häupter der Christenheit war 
in die von Girolamo Palavicini befehligte enge Feste-eingepfercht. 
Granvella leitete wie gewöhnlich die Verhandlungen. Er schlug 
vor, Mailand solle dem Ottavio Farnese für 300,000 Scudi über- 
lassen werden mit der Bedingung, dass der Kaiser die Kastelle 
von Mailand und Cremona inne behielte. Fünf Tage lang dauerte 
das Feilschen, aber die Einigung wurde nicht erzielt. Der Papst 
wandte sich südwärts, der Kaiser grollend nach Norden." 
L 
 _6 V51: über diese Thatsachen Ranke, Deutsche Geschichte IV. und A313, 
dl P1" Lmgl Farnese, herausgegeben von P. Litta, Mailand 1821, S. 45_50. 
Vita
        

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