Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845897
E 
PAUL DER 
4919 
rönlischen Gönner glauben machte, 
Kardinals Alessandro treten? 
wolle 
in 
die 
Dienste 
des 
Unter den Papsten des 16. Jahrhunderts ist keiner frei von 
dem Vorwurfe des Nepotismus. Wenn an die gemeinste Form 
desselben gedacht wird, so liegt Jedermann der Name Alexander's 
des VI. auf der Zunge. Indess Paul der III. hat dem Borgia 
kaum etwas nachgegeben. Sein ältester Sohn Pier Luigi wurde 
manigfaltiger Verbrechen ungeachtet nach und ilach mit den Her- 
zogstiteln von Castro, Parma und Piacenza belehnt. Dessen Söhne 
Alessandro und Ranueeio sowie sein Neffe Guid' Ascanio Sforza 
erhielten sannntlich mit 14 Jahren denbKardinalshut; Ottavio end- 
lich würde zweifellos das Herzogthum Mailand überkommen haben, 
wenn nicht Ferrando Gonzaga und Diego Mendozza, Welche die 
Farnesen hassten oder beargivöhnten, den Kaiser von diesem ge- 
fährlichen Entschlusse abgebracht hätten. Gerade zu der Zeit 
als Tizian den jungen Ranuccio in Venedig malte, hatte der 
Wirbel der Politik die Farnesen an die Oberfläche getrieben. 
Der alte unversöhnliche Wettstreit zwischen Frankreich und Oest- 
reich schlug wieder einmal Flammen und gleichzeitig war die 
Spannung zwischen Protestanten und Katholiken im Reich zu 
ernster Gefahr angewachsen. Karl der V. war mit seinem 
Kriegszuge gegen Algier im Jahre 1541 gescheitert, er. hatte im 
Jahr darauf eine Schlappe durch die Türken in Ungarn erlitten 
und stand nun 1'543 zwischen einem Angriffe der Franzosen und 
der 'l'ürken auf Italien, ohne der Gesinnung des Papstes sicher 
zu sein. Paul der 111., damals noch sehwankend in seinen poli- 
tischen Zielen, hatte einen Enkel am Hofe des Kaisers, einen 
andern im Feldlager Frankreichs. Katzenartig lauerte er auf Ge- 
legenheit zur Vergrösserung seines Hauses. Als Papst neigte er 
dahin, Franz den 1 zu begünstigen, weil er weit entfernt war 
und nichts mit den Protestanten zu schaffen hatte, doch wäre er 
sofort von dieser Politik abgesprungen, wenn die Versorgung 
seiner Angehörigen es nöthig machte, und um diesen Punkt 
drehte sich jetzt die Wetterfahne seiner Gedanken. So geflissent- 
 
später. 
darüber
        

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