Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845885
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1121m 
UND 
DIE 
FARNESEN. 
CAP 
XIV. 
Wien, 
lelvedere. 
Unzweifelhaft lladbßll wir sonaeh in dem Wiener Einzelbilde 
das Bruehstück einer Gruppe, von der ein Exemplar sich in Berlin 
befindet. Und das Ergänzungsstüek jenes Theiles ist in der That 
vorhanden und zwar in Wien selbst: in der Gestalt des bärtigen 
Mannes, Welcher dort "unter dem Namen „Jak0bus der Aeltere 
von Tizian" bekannt ist. Wie nun auf der andern Hälfte des ehe- 
mals vermuthlich zusammenhängenden Bildes das Bündel Pfeile, 
-so hat man, um der Darstellung Abgeschlossenheit und Bedeutung 
zu geben, auf diesem Theile in die Hand des Mannes, die ur- 
sprünglich nur aufwärts deutete, einen Stab eingeschmuggelt. 
Unsere Annahme aber geht (lahin, dass die beiden Bestandtheile 
in ihrer Vereinigung nichts Anderes (largestellt haben als den 
jungen Ranuccio Fzirnese mit seinem Lehrer Leonif 
Das allgemeine Wohlgefallen, welches gerade Leoni und der 
Patriarch von Aquileja an dem Werke hatten, bestimmte sie, den 
Meister in aller Form an den päpstlichen Hof einzuladen, eine 
Aufforderung, die im September darauf dringlich wiederholt wurde. 
Da sie wussten, dass Tizian zwar schwer beweglich, aber immer 
zu haben war, wenn es sich um Vortheile für seinen Sohn han- 
delte, so wendete Leoni diesen Köder an, indem er am Far- 
nese'schen Hofe ein Benetiz für Pomponio zu erwirken strebte. 
Den Maler riss die blinde Vaterliebe soweit hin, dass er seinen 
 
Hinter dem Knaben offene Thtlr, durch welche man den Himmel und Buschwerk 
mit einem Feigenbaum sieht. Die Figur des Lehrers trägt schwarze Schaube mit 
grauem Pelzfutter und Kragen. Der Maler ist möglicher Weise Cesare Vecelli. 
4 Die beiden Bilder in Wien  der sogenannte "junge Jesuit", No. 30 im 
lI. Saal des I. Stockes ital. Schulen und „der heilige Jakobus", No. lS daselbst  
waren ehemals gleich im Format, sind jedoch durch Anstuekung und Ausschneiden 
verändert. Das erstere Bild, auf welchem der Knabe nach links blickt, ist an der 
linken Seite vergrüssert, (ler sogenannte Jakobus, 3]: nach rechts gewendet, an 
der rechten Seite und oben angestüekt. Beide sind abgerieben, verblichen und an 
vielen Stellen übermalt, allein einzelne Stücke verrathen noch die Hand Tizians. 
Beim sagen. Jakobus sieht man Spuren eines Strahlennimbus hinter dem Kopfe, 
Er trügt rothes Wams und dunkle Schaube mit einem Kragen, der ursprünglich 
von Pelzwerk war. liei deia jungen Jesuiten ist der schwarze Rock am Halsc durch 
Omen weisscn Kragen abgeschlossen.  Von dem "Jakobus" besitzt die Galerie zu 
3'181! heim eine Copie von Teniers und ein Stich darnaeh von L. Vorsterman be- 
 Abbildungen; der Jesuit" ist als ,.Heil. Ludwig Gonzaga". 
gestochen; photographiert von bhethke und Wawrn.
        

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