Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845829
ßi 
TlZIAN'S HEIMWESEN. 
OAP. 
XIII. 
emporgereekte Arm im Schwunge festgebannt; Abraham blickt mit 
Angst, die in dem ganzen herkulischen Leibe nachzittert, zu dem 
himmlischen Retter empor, Während seine Hand noch den Schopf 
des Knaben festhält und niederdrückt, der am Altar festgebunden 
liegt. Die Zugluft der Berghöhe spielt brausend mit den mllen 
Gewändern. "l 
1202331? Aehnliche Massenvertheilung bei ganz anderem dramatischen 
 Inhalte gewahren wir in (lem „Bruderm0rd Kain's". Der Jähzor- 
nige hat sein unschuldiges Opfer auf das zerklüftete Erdreich 
niedergeworfen und ist im Begriff, Abel mit dem Fusse die steile 
Kante, worauf er hängt, hinabzustossen und mit der Keule zu 
tödten. Hier ist das Verkürzungsproblem fast grösser als die 
Kraft der Lösung, aber ein Schauspiel von bestialischer Wildheit 
vollzieht sich mit beklemmender Realität vor unseren Augen. Wo 
die Umrisse mangelhaft und die Bildung der Gliedmaassen nach- 
lässig erscheinen, da tritt der wunderbare Farbeneifect ergänzend 
ein und erzeugt die Täuschung, als sei nicht die Wiedergabe der 
Formen falsch, sondern die Kreatur, die wir sehen. Unterstützt 
wird die Wirkung der Scene durch den Rauch von Kain's Altar- 
feuer, der mit seinen Schattenwogen quer über die Fläche zieht. 61 
Grausig starren uns auf dem dritten Bilde die gigantischen 
Gliedmaassen Goliath's entgegen. Mit ausgestreckten Armen und 
abgeschlagenem Kopfe liegt er rüeklings am Boden. Der kleine 
David in grüner Schäferkutte hat sich nach vollbrachter Wunder- 
that aufgerafft und hebt dankerfüllt die Hände zum Himmel empor, 
an welchem sich aus schattiger Wolkenmasse ein Lichtkern öffnet, 
so dass zauberhafter Schein über das grässliche Schauspiel fällt, 
während der Horizont in Dämmerung bleibt. 63 
 
'51 Der Patriarch trägt orangegelbe Tunika mit grünem Mantel, der Engel 
Gelb und Violett, Isaak Laekroth. Der linke Fuss des Engels ist beschädigt. Eine 
grosse Zeichnung davon, Feder mit Sepia, besitzt die Albertina zu Wien; sie gilt 
für äen Originalentwurf, scheint uns jedoch nicht von dem Meister zu sein. Ge- 
stochen ist das Bild von Jos. Me. Mitellus 1669 und von Lefebre, G. V. Haecht 
und Gottfr. Saiter. 
52 Gestochen von J. M. IMitellus, Lefebre und von der Gegenseite von G. Saiter. 
"3 Goliath liegt mit den Schultern dem Besohauer zugekehrt und hat braune 
Lederrüstung, David trägt Gelb und Grün. Das Bild ist besonders oberhalb sehr
        

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