Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845778
CAP. 
XIII. 
SELBSTBILDNISSE UND PORTÄTGRUPPEN. 
427 
das Fleisch des fast ganz in Seitenansicht genommenen Gesichtes, 
das noch lebensvoll genug ist. Tizian tragt das herkömmliche 
Wams mit der Pelzschaube, in der Rechten hält er seine Waffe, 
den Pinsel. Was die gesammte Erscheinung an Jugend verloren, 
ersetzt sie an Würde. Hat der Kopf auch hier und da Anfech- 
tung erfahren, so ist doch der Charakter unverletzt geblieben 
und das Maehwerk zeigt die ganze Meisterschaft und das Fein- 
gefühl für die Abstufungen, die wir an Tizian kennen." 
Noch mehrmals hat Tizian sein Eigenbild anderweit ange- 
bracht, z. B. in dem „ Matthäus" der Salute oder als Zuthat auf grös- 
seren Compositionen, Wie auf der Anbetung der Madonna in Pieve 
di Cador, wo der Meister hinter seinem Namensheiligen knieend 
dessen Krummstab hält, oder auf der „Pieta" in der Akademie 
zu Venedig, der letzten Arbeit seiner Hand. Auch andere Künstler 
haben den schönen eharaktervollen Kopf gern verwendet: Paolo 
Veronese in seiner berühmten "Hochzeit zu Kana" im Louvre, 
Palma der Jüngere an der Decke des Oratoriums S. Fantino; und 
hierzu gesellen sich noch zahlreiche Darstellungen, auf welchen 
Tizian im Gespräch mit einem Freunde wiedergegeben ist und 
die deshalb durchweg auch ihm selber "zugeschrieben werden. 
Wohl möglich, dass sie auf ehemaligen Originalen beruhen; was 
uns aber an dergleichen Bildern vorliegt, hat weder Anspruch auf 
Echtheit im Sinne dieses Ursprungcs, noch in Rücksicht auf die 
Beschaffenheit der Nebenportrats als solcher. Auf einem Bilde 
in Cobham Hall finden wir die wohlbekannte Gestalt Tizian's 
im Verein mit einem luärtigen Manne, der die Hand auf dessen 
Schulter legt und als Francesco Zuccato bezeichnet wird. 52 S0- 
Cobham 
Hall. 
51 Madrid, Museo del Prado N0. 477. lebensgross, Leinwand h. 0,86 M., br. 
0,65 M. Es hing bereits zur Zeit Philipps des IV. (1621-65) im Alcazar. Es 
ist nicht frei von Uebermalung. Originalphotographie von Laurent. Gestochen 
wurde es 1542 von Alphonse Franeois nach einer Wiederholung (Copie?), welche 
sieh damalsim Besitze des M. Chaix (l'Est-Auge in Paris befand. Vasari XIII. 34 
berichtet, Tizian habe sein Selbstporträt um die Zeit gemalt, als die Deckenbilder 
in S. Maria della Salute entstanden (1543), und fügt hinzu (XIII. 44), Q1- habe 
sein Bildniss "wie zuvor gesagt" vor vier Jahren (9.150 um 1562) gemalt. Er lässt 
daher zweifelhaft, ob er ein oder zwei Bilder meinte; näher liegt es, bei (lem 
grossen Abstand der Entstehungszeit das Letztere anzunehmen. 
51 Tizian steht an einem grünbcdeekten Tische, auf welchen er die Hand 
28'"
        

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