Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845737
CAP. 
EHE 
PO RTRÄTi 
EBÜMRA- 
3a: CAT. 
SELBSTPORTRÄT. 
423 
Unterdessen hatte der Meister bedeutende neue Aufträge über- 
nommen. Im Mai 1542 erhielt er 10 Dukaten als Angeld auf 
die Ausführung des Votivbildes für den Dogen Lando, Welches 
in der Sala (Pore aufgestellt werden sollten; am 5. Juni wurde 
ihm dieselbe Summe gezahlt, um ihn zur Lieferung eines Altar- 
bildes zu verpflichten, welches Domenico Giustiniani für die Kirche 
in Serravalle bestimmt hattefi In den Pausen nun, Welche bei 
der Arbeit an diesen grossen Stücken eintraten, malte er u. a. 
sein Selbstporträt zum Andenken für seine Kinder. 
Wir besitzen leider sehr Wenig authentischen Anhalt, um in 
der grossen Zahl der eigenen Bildnisse des Meisters dasjenige 
festzustellen, welches er den Seinigen zugedacht hatte. Bestimmt 
wird nur versichert, dass ein solches Porträt, welches als Erb- 
stück der Familie Vecelli von Cadore bezeichnet war, im Jahre 
grund ist braun. Dass das Bild häufig copiert worden ist, sagt Ridolü I. S. 198. 
 Dieselbe Persönlichkeit in Turbanhaube vor offenem Fenster in einem Zimmer 
stehend und geziemend als Katharina Oornara (von Tizian) bezeichnet, finden wir in 
der Sammlung des Mr. Holford wieder. Hier ist jedoch die Behandlung schwächer 
als auf dem Bilde der Uftizien.  Den nämlichen Typus zeigt sodann eine Frauens 
gcstalt ohne Kopfputz, aber mit einer Blumenguirlande in der Hand (lebensgross 
auf Leinwand) in der Sammlung des Herzogs von WVellington in London. Auch 
dieses Bild ist Tizian benannt, kann aber nur als Copie eines Nachahmers gelten. 
 Eine "Königin von Cypern" endlich mit den Attributen der heiligen Katharina 
von Alexandrien, Palme und Rad, war 1875 unter Tizian's Namen als Eigenthum 
des Earl Brownlow in der Akademie zu London ausgestellt.  Den eben be- 
schriebenen Bildern unähnlich und ohne Zweifel irrthümlich als Katharina Gornara 
bezeichnet ist das Frauenbildniss (Leinwand, etwas über halbe Figur) jetzt Eigen- 
thum des Signor Francesco Riccardi, Via Berge Pignolo in Bcrgamo, ehemals in 
Casa Martinengo-Colleoni in Brescia, wo es von A.Sa1a in seiner Sammlung bres- 
cianischer Gemälde im Umriss gestochen wurde. Es stellt eine behäbige Frau in 
voller Vorderansicht dar. Sie steht, das rothbraune Haar in gestreiftem Beutel zu- 
sammengeraiit, in rothem Kleide neben einem Marmorpostament, an welchem ihr 
eigenes Brustbild in Seitenansicht als Relief angebracht ist. Auf dieses Postament 
legt sie die linke Hand, während die rechte müssig herabhängt. Die regelmässigen 
fetten Gesichtszüge mit ihrem gutherzigen Ausdruck passen schlechterdings nicht 
zu der Vorstellung einer Königin. Ihr Hauskleid ist angemessen und einfach modisch 
ausstafiiert. Das Bild erinnert im Allgemeinen an die Zeit, in welcher Tizian sich 
mit Giorgione zu messen begann, aber es ist stark beschädigt: das Haar neu, Augen 
und Fleischpartien zum grössten Theil überschmiert, sodass trotz der auf der Brüstung 
vorn sichtbaren Buchstaben „T. V." die Handspur Tizian's bis zur Unkenntlichkeit 
verdeckt ist. 
43 s. die Urkunde bei Lorenzi a. a. 0. S. 235. 
44 s. die Urkunde im Anhang unter N0. LXIIL, LXIV. und LXV_
        

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