Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845723
422 TIZIAN'S HEIMWESEN. 
CAP. 
XIII. 
Auch Tizian schenkte dem jungen Collegen aus Arezzo sein 
Wohlwollen. Da er seit Entstehung des Bildes der Schlacht bei 
Cadore mit der Familie Cornaro in Verbindung stand, so wird er 
es vermuthlieh gewesen sein, der dem Fremdling die Bekannt- 
schaft mit Giovanni Cornaro und wahrscheinlich auch die weitere 
Florenz, 
Ufüzien. 
Gunst vermittelte, (lass Sansovino ihm den Auftrag zur Aus- 
sehmückung von S. Spirito-in-Isola verschaffte, der später aller- 
dings auf Tizian zuriickfielq" 
Bei Vasarfs Ankunft in Venedig hatte Tizian, sei es nun 
mit eigener Hand oder mit Verwendung seiner Gesellen, ein Bild- 
niss der Katharina Cornara, der weiland Königin von Cypern, in 
Gestalt ihrer Namensheiligen ausgeführt, welches später von zahl- 
losen Künstlern copiert worden ist. Das beste unter allen hier 
in Frage kommenden und dem Tizian zugeschriebenen Exemplaren 
ist das der Uffizien in Florenz, auf welchem die Königin drei- 
viertel nach links gewandt und nach der entgegengesetzten Seite 
blickend dargestellt ist. Ihre linke Hand ruht in der rechten, 
den Kopf bedeckt ein seidener Turban mit perlenbesetzter Krone. 
Am rothseidenen, von gepuiften grünen Damastärmeln einge- 
rahmten Spenser strahlt eine Juwelenbroche und Perlen gar- 
nieren auch den Saum des reichen Ueberkleides. Gesicht und 
Formen sind jugendlich voll und derb, aber schön modelliert 
und voll Anmuth; neben der Gestalt sieht man das Rad und den 
Kopf umzirkt der Nimbus der heiligen Katharina. Die Haltung 
ist durchaus adelig, jedoch das Machwerk kalt und ziemlich leer, 
wenn auch einige Spuren Tizianischer Behandlung wahrzunehmen 
sind. Am meisten erinnert uns das Bild an Marco di Tiziano, 
obwohl es auf der Rückseite die Beglaubigung seiner Herkunft 
trägt. 42 
signori sempiterni e reeitata dalle lor proprii magniücenze con mirabil superbia di 
apparato, Vinegia per J. Marcolini 1542, Akt I, Scene 3. 
41 Die Kanoniker von S. Spirito in Isola wünschten ursprünglich, dass Vasari 
die Deckenbilder malen sollte; s. Vasari XIII. 34.  
42 Florenz, Ufflzien N0. 648, lebensgrosse Halbiigur auf Leinwand. Die In- 
schrift auf der Rückseite, laut einer Urkunde im geheimen Archiv des Palastes 
Pitti am 8. Juli 1773 wieder nachgemacht, besagt: "TITIANI OPVS ANNO 1542." 
Kleid und Einzelheiten sind durchweg in den lichten Stellen übergangen, der Hinter-
        

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