Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845635
CAP. 
E13 
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HAUS. 
ß 
Wir erinnern hierbei, dass Bassano es war, welcher das Bild der 
Schlacht von Cadore an der Decke des grossen Rathssaales in 
Venedig erneute und dass Corona die Original-Composition Ti- 
zian's zu diesem Gegenstande copiert hat. Der Letztere hatte auch 
die Aussenwände von Tizian's Haus mit Fresken geschmückt, die 
jedoch untergegangen sind. Im Innern desselben befand. sich 
ehemals ein Fries mit Amoretten auf Leinwand. gemalt, angeblich 
von Tizian selbst; dieser ist überstrichen und dann am Beginn 
unseres Jahrhunderts von einem der Insassen verkauft worden. " 
Auch noch aus anderer Quelle erhalten wir eine Vorstellung 
von Tizian's Heimwesen. Besonders werthvoll ist ein Brief Aretin's 
aus dem Jahre 1537 an den Kanonikus „in spe" Pomponio. Ti- 
zian hatte, wie erwähnt war, seit 1530 seine Schwester Orsa im 
Hause, Lavinia und die beiden Knaben wuchsen heran und lernten 
früh genug den freien Ton kennen, den der Künstlerhaushalt mit 
sich brachte. „Pomponio Monsignorino"  redet Aretin den Bur- 
schen an  "Dein Vater hat mir die Grüsse gebracht, die Du mir 
schickst, und damit Du siehst, dass ich nicht knausere, sende ich 
Dir tausend dafür wieder, mit der Bedingung, dass Du eine Por- 
tion davon an Deinen lieben kleinen Bruder Orazio weitergibst, 
der leider vergessen hat, mir mitzutheilen, was er über den Un- 
terschied dieser Welt und der künftigen für Gedanken hat    
Es wird Zeit, dass Du ,vom Lande zurückkehrst, wo keine Schule 
ist.   Komm also heim, und da Du jetzt das ehrwürdige Alter 
von zwölf Jahren erreicht hast, kannst Du Exercitien im Hebräi- 
schen, Griechischen und Lateinischen machen und damit die 
Doctoren ebenso in Staunen setzen wie Dein Herr Papa ganz 
Italien durch seine Bilder entzückt. Für heute genug; halte Dich 
hübsch warm und lass Dir's schmecken". 12 
"Monsignorino" fand nachmals, wie wir sehen werden, mehr 
Reiz am Vergnügen als am Lernen, und anstatt der Bewunderung 
der Gelehrten erregte er als Taugenichts in Priesterkleidern das 
Staunen einer wahrlich nicht splitterrichterischen Mitwelt. Orazio 
u s. Cadorin, dello amore etc. S. 32. 
12 Brief vom '26. November 1537 in 
den 
Lettere 
Aretino I.
        

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