Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848480
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ECHTE BILDER: 
ITALIEN. 
M 
XXI. 
stüek, lebensgross). Der schön behandelte Kopf zeigt die Züge eines 
Asceten in bereits grauem Haar mit Tonsur und ist in kräftigem 
Farbenkörper ohne viel Lasur und in warmbraunem Gesammtton ge- 
malt. Worauf die Benennung Panvinus beruht, ist schwer zu sagen. 
Wir haben hier eine schöne Naturstudie Tizian's aus seiner besten 
Zeit. In der gleichzeitigen Literatur wird unseres Wissens kein Mönchs- 
porträt von Tizian erwähnt, doch gibt es einen Brief vom Juli 1549, 
worin Aretin dem ehrwürdigen Vater Feliciano von Chioggia Tizian's 
Verehrung ausspricht und dessen Verlangen ihn, zu sehen, um sein 
Bildniss zu malen und ihn in S. Marco auf Veranlassung des Dogen 
predigen zu hören (s. Lett. di M. P. Aretino V. 124). Wer dieser 
Pater Felicianus gewesen sein mag und 0b es vielleicht Bernardino 
Felieiano war, der unter dem Dogat Francesco Donatds als ölfentlichei- 
Professor und Redner in Venedig genannt wird, können wir nicht 
feststellen.  
Rom, Galerie Duria, I. Saa!jl'0.14: Bildniss eines Mannes, 
die Rechte auf den grünbedeekten Tisch gestemmt, auf welchem ein 
Juwel liegt, in der Linken ein Taschentuch, der fein aufsitzende Kopf 
H nach links gewandt, Haar und Bart grau, Anzug schwarze Seide. 
(Leinwand, Halbfigur in Lebensgrösse.) Oben auf dem braunen Hinter- 
grund steht "MAR. POLVS. VENß, doch sind die Buchstaben neu 
und das Bild rundum angestückt. Trotz vieler Uebermalung ist es 
ursprünglich unverkennbar ein vorzügliches Werk des Meisters ge- 
wesen. 
Rom, Galerie Doria, II. Galerie N0. 52: "Bildniss des Janse- 
nius "z ein Mann im Armstuhl nach links gewandt, aber den Beschauei- 
anbliekend (Leinwand, lebensgross, bis zu den Knöeheln). Er trägt 
dunkelgraue dreieckige Kappe und schwarzseidene Pelzschaube, die 
linke Hand auf der Armlehne, die rechte auf dem auf seinem Knie 
liegenden Buch, den Ellenbogen auf einen mit persischem Teppich 
bedeckten Tisch gelehnt; hinter ihm ein tiefrother Vorhang. Das 
Gesicht ist lang und knöehern, die Hautfarbe trotz der schon ins 
Graue stechenden Haare noch tief bräunlich. Das Bild ist an vielen 
Stellen, besonders an Händen und Bart, neu aufgefarbt. Welch ein 
Jansenius hier gemeint sei, wissen wir nicht; das Gemälde gehört ohne 
Zweifel Tizian an. 
Rom, Galerie Sciarra-Colonna, I. Saal: Maria in grün ver- 
hangenem Zimmer sitzend beugt sich über das in ihrem Schoosse 
liegende Kind und liebkost es; auf einem Schemel links mit 9014511011- 
staben bezeichnet "TITIANUS" (Leinwand h. 1 F. 9  Ein reizendes 
kleines Bild des Meisters, besonders lieblich die rechte Hand blau-in's, 
welche den Rücken des Kindes stützt und in feinem perligen Tone 
von dem weissen Linnen abstieht. 
Venedig, Akademie: Hier befinden sich im Privat-Saal 19 Tafeln 
mit Oherubköpfen und den Symbolen der Evangelisten von Tizian.
        

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