Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848477
CAP 
XXI. 
ECHTE BILDER: ITALIEN. 
Q3 
Antlitz zeigt einen Mann auf der Höhe des Lebens mit kurzlockigem 
braunen Haar und Bart; er trägt schwarze Seide, an Hals und Hand- 
gelenk mit weissen Linnen gesäumt und an den Schultern Doppel- 
ärmel. Die ganze Erscheinung sprüht Leben, Physiognomie, Auge, 
Haltung zeugen von gesteigertem Wesen und sind mit dem ganzen 
Aufwand der feinen Kunstmittel dargestellt, über welche Tizian in 
seine besten Jahren gebot. 
Florenz, Galerie Pilli N0. 228: Brustbild des Heilands, fast 
im Proül nach links mit langem Haar und Bart, rother Tunika und 
blauem Mantel, die schön geformte Hand auf der rechten Brust; im 
Hintergrund Landschaft mit streifig bewölktem Himmel (Leinwand). 
Das schöne Bild stammt aus Tizian's früherer Zeit und gehörte ehe- 
dem der herzoglichen Sammlung von Urbino an. Es ist augenscheinlich 
ohne Modell gemalt und aus diesem Grunde fehlen ihm die feineren 
Eigenschaften anderer Werke. (Photographiert von der Photogr. 
Gesellschaft in Berlin und von Alinari.) Eine Copie unter Tiziaifs 
Namen befindet sich in der Ohristehurch-Galerie zu Oxford. 
Genua, PaZas-t Balbz": Maria mit dem nackt aufihrem Knie 
stehenden Kinde an einer Mauer sitzend, welche eine anmuthige 
Landschaft unterbricht; die Jungfrau blickt freundlichen Ausdrucks 
auf den Stifter herab, welcher, vom heiligen Dominicusiempfohlen, 
in schwarzseidnei- Tracht zur Rechten kniet, links Katharina, theilweis 
durch eine mit Bildhauerei geschmückte Marmorschranke verdeckt. 
(Leinwand, Figuren unter Lebensgrösse.) Dieses anziehende Bild 
rührt aus der Zeit der Bacchanale her, ist jedoch durch Abkratzung, 
Waschung und Uebcrmalung aus der Haltung gebracht; gegenwärtig 
besteht der Hauptreiz desselben in den graziösen Bewegungen und 
der Schönheit der Landschaft. 
Ragusa, S. Domenico: Maria Magdalena zwischen dem heil. 
Blasius und dem Engel mit dem kleinen Tobias, vorn rechts die knie- 
ende Gestalt des Grafen Gozzi. (Leinwand, Fig. lebensgross.) Das 
Bild gehört der späten Zeit Tizian's an; die Verfasser sahen es im 
Atelier des Signor Paolo Fabris als derselbe es ausbesserte. 
Bom, Galerie Borghese Z. X1V0.16: Der heilige Dominicus 
stehend und mit dem Zeigefinger der Rechten empordeutend, während 
er mit der Linken den um die Hüfte geschlungenen Mantel hält; 
das 3,14 nach recht-s gewandte und geneigte Gesicht ist vom Heiligen- 
schein umzirkt und von links herab fällt ein Lichtstrahl. (Leinwand, 
Halbfigur.) Das Bild zeigt im Pinselznge den Farbenvortrag und die 
freie Hand 'I'izian"s; es ist meisterhaft alla prima gemalt und erinnert 
im Maehwerk an die Figur des Taufers in der Akademie zu Venedig. 
Die Augen leuchten lebensvoll und in den Augensäeken der unteren 
Lider schimmert Feuchtigkeit. 
Ronz, Galerie Colomw: „Onufrius Panvinus", Bildniss eines 
Franziskaner-Mönchs sitzend und nach rechts gewandt (Leinwn, Knie-
        

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