Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848450
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E 
TlZlAN'S TOD. 
691 
kreuzigten" beigesetzt werde, für die sein letztes Bild bestimmt 
gewesen war. Am 28. August erschienen die Domherren von 
S. Marco in S. Canziano, der Leichnam ward feierlich zu den 
Frari geleitet und an der Stelle versenkt, wo dankbare Bewun- 
derung der Nachwelt ein mächtiges Marmordenkmal dem Einzigen 
zu Ehren aufgerichtet hat.  
Als Perugino an der Pest starb, wurde er in der Stille auf 
dem Felde eingescharrt, den geliebten Meister Ghirlandaio, der 
ebenfalls der ansteckenden Seuche zum Raub fiel, trug man im 
Dunkel der Nacht hinweg  Tizian aber, dessen Kunst Wie die 
Sonne geleuchtet hatte über der königlichen Stadt, ward am 
hellen Lichte des Tages "zu seiner letzten Ruhestätte gebettet, 
der Noth der Zeit zum Trotz festlich gleich einem Fürsten. Er 
ruht in der Nahe einer seiner grössten Schöpfungen, der Madonna 
des Hauses Pesarom 
Die venezianische Künstlerschaft hatte eine grossartige Be- 
stattungsfeier beabsichtigt, ähnlich derjenigen, welche zwölf Jahre 
vorher in Florenz beim Tode Michelangelds stattgefundenf", aber 
s0lch' eine Unternehmung Verbot das öffentliche Elend, das seinen 
düstern Schatten auch über das Haus des Todten warf, wo plötz- 
lich nach jahrzehntelangem Glück die Grauel der Verwüstung ein- 
zogen. Es ist nicht festgestellt, ob Orazio noch zu des Vaters Leb- 
zeiten ebenfalls an der Pest erkrankte, aber er starb unmittelbar 
nach ihm und zwar nicht unter dem eigenen Daehe, sondern im 
Lazareth am Lidofß Die Wohnung in Biri Grande blieb unter 
diesen Umständen unbewacht; Diebsgesindel brach ein und ehe 
Pomponio der schlimme Erbe oder die Sicherheitswache da- 
zwischentreten konnten, war ein grosser Theil des kostbaren 
Hausrathes gestohlen und zerstreut  ein hässliches Satyrspiel 
menschlicher Gemeinheit an geheiligter Stätte. 
 
und 
III  
6' s. die urkundlichen Belege bei Cadorin, dollo amore S. 74, 95 und 102 
vgl. Borghini, Riposo, Sieneser Ausgabe von 1787 (die erste erschien 1584) 
S. 89. 
"s. Ridolü I. 275. 
63 Cadorin a. a. O. S. 95-98.
        

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