Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848409
686 LEFZTE WERKE. CAP. xx. 
vergangen und ich habe nie eine Belohnung erhalten für die 
vielen bei verschiedenen Gelegenheiten Ew. Majestät gesandten 
Gemälde; ich habe aber durch Briefe vom Sekretär Antonio 
Perez erfahren, Ew. Majestät wünschen mich zu entschädigen 
und da ich ein hohes Alter erreicht habe und manche Entbeh- 
rung leiden muss, so bitte ich jetzt demüthig, Ew. Majestät 
wollen mit gewohnter Huld geruhen, den Ministern Befehle zu 
geben, dass meinem Mangel abgeholfen werde. Das glorreiche 
Andenken KarPs des V. hat mich unter die Zahl seiner nahen, 
ja seiner treuesten Diener aufgenommen, indem er mich über 
mein Verdienst mit dem Ritter-Titel ehrte. Ich wünsche im 
Stande zu sein, mit der Gnade und dem Schutz Ew. Majestät 
 des treuen Abbildes des unsterblichen Kaisers  diesen Ehren- 
titel, Welcher in der Welt so hohen Ansehens geniesst, gebührend 
aufrecht zu erhalten, damit man wisse, dass die von mir so lange 
Jahre her dem Hause Oestreich geleisteten Dienste dankbare 
Erwiederung gefunden haben und ich mit freudigerem Herzen 
als bisher den Rest meiner Tage im Dienste Ew. Majestät ver- 
wende. Ich würde um so erkenntlicher sein, als ich dadurch 
in meinem hohen Alter getröstet würde, während ich Gott bitte, 
Ew. Majestät ein langes und glückliches Leben zu schenken mit 
steter Zunahme seiner Gnade und Huld für Ew. Majestät König- 
reich. Inzwischen erwarte ich von der Königlichen Gnade Ew. Ma- 
jestät die Früchte der Gunst, die ich erflehe, und bin mit schul- 
diger Verehrung und Demuth die geheiligten Hände kiissend 
Venedig, den 27. Februar 1576. . 
Ew. katholischen Majestät 
 unterthänigster und gehorsamster Diener 
Tiziano Vecellioßw 
Merkwürdig, wie Tizian noch an der Schwelle seines hun- 
dertsten Lebensjahres von neuen Entwürfen spricht! ,Aber mit 
dem Hinweis auf die Drangsale der damaligen Zeit hatte er nur 
zu sehr Recht; besonders Venedig war schrecklich heimgesucht. 
Politisch zwar hatte es Ruhe; zwischen der Türkei und der Re- 
 
s. den Wortlaut im Anhang 
unter No. 
OXXVII.
        

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