Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848398
CAP. 
TIZIAN'S LETZTE BRIEFE 1575 U. 1575. 
685 
der Zeit, Welche zwischen der Ablieferung und der endlichen 
Prüfung dieser Liste lag, musste Tizian Wohl zu der Meinung 
kommen, der König, Perez und Coello hätten seine Existenz ver- 
gessen. Dies veranlasste ihn zu folgenden beiden Schreiben, den 
letzten, die wir von seiner Hand besitzen; das eine wurde sechs 
Monate vor seinem Tode im neun und ileunzigsten Lebensjahre 
abgefasst. 
Tizian an Philipp den II. 
"Grossmächtigster katholischer König und Herr! 
Da ich die grosse Gnade kenne, mit Welcher Ew. katholische 
Majestät Befehl gab, dass eine Liste meiner zu verschiedenen 
Zeiten auf Befehl Ew. Majestät gesandten "Bilder angefertigt werden 
sollte, komme ich jetzt mit dem Vertrauen eines alten Dieners 
und tiberreiche ein neues Memorial darüber, in der festen Hoff- 
nung, dass Ew. Majestät königliche und erhabene Liberalitat 
Wünschen würde, Dero Anweisungen zu meinem Nutzen aus- 
geführt zu sehen, damit ich mit freudigerem Herzen den anderen 
dem Rilhme Ew. Majestät gewidmeten Werken obliege, Welche 
ich jetzt am Ende meiner Tage in Arbeit habe. Es herrscht 
gegenwärtig in der Welt so viel Unglück, dass ich in hohem 
Maasse das Bedürfniss fühle, gestützt zu werden durch die Macht 
und königliche Freigebigkeit eines geheiligten Fürsten dieser 
Welt, wie Ew, Katholische Majestät ist, den lange Zeit erhalten 
zu wollen ich Gott bitte. 
Venedig am Weihnachtstage 1575. 
Ew. Majestät gehorsamster, unterthänigster 
Tiziano Vecellio." 
Diener 
Derselbe 
an 
denselben. 
"Ew. katholische und Königliche Majestät! 
 Die unendliche Huld, mit welcher Ew. katholische Majestät 
durch natürliche Neigung gewohnt ist, Alle zu begnaden, die 
Ew. Majestät treu gedient haben und noch dienen, ermuthigt 
mich, mit dem Gegenwärtigen zu erscheinen und mich in Euer 
königliches Gedächtniss zurückzurufen, in welchem, wie ich 
glaube, meine alten und ergebenen Dienste mich unverändert 
erhalten haben. Meine Bitte ist folgende: Zwanzig Jahre sind
        

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