Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848243
670 LETZTE WERKE. CAP. XX. 
und sich der Erbschaft erfreuen, für welche er in dieser Voraus- 
sicht immer neue Ersparnisse anhäufte. Schon am 19.Juni 1567 
machte er eine Eingabe bei den Zehn, worin er bat, sein 
Makler-Patent möchte auf Orazio übertragen werden, und im 
April 1569 erging das seinen Wünschen entsprechende Dekret?" 
Im Juli 1571 erlangte er bei Philipp dem II. auch die Erlaubniss, 
seine mailändische Pension an Orazio zu cedieren oder sie ihm 
zu vermachenßl Der Holzhof bei den Zattere, wo u. a. die Ge- 
meinde von Murano im August 1568 ihren Bedarf einkaufte", 
war Tiziaifs Eigenthum, aber auf den Namen seines Sohnes einge- 
tragen. Die vorsorgliche Liebe des Vaters baute jedoch in die Luft, 
denn Orazio starb fast gleichzeitig; mit ihm.   
Aus der Sorge für die Seinen erklärt sich auch der unerfreuliche 
Zug, der dem Meister bis ans Ende treu bleibt. Seine Briefe an 
Fürsten waren zwar nie frei von Schmeicheleien, diese dienten 
aber in der Regel dazu, eine bittere Pille in Form von Geldfor- 
derungen zu versüssen. Die letzten Briefe sind eher noch byzan- 
tinischer abgefasst als die früheren, zeigen aber auch keine Min- 
derung der Vortheilssucht des alten Mannes. 
Tizian an  König Philipp: 
„Ich vollendete in den letzten Tagen das Ew. Majestät ver- 
sprochene Bild "Unseres Herrn mit den Pharisäern, die ihm den 
Zinsgroschen weisen  und ich habe es geschickt mit dem sehn- 
lichen Wunsche, es möge Ew. Majestät gefallen wie frühere 
Werke von mir, da ich diese Tage meines Greisenalters im 
Dienste Ew. katholischen Majestät, meines Herrn, beschliessen 
möchte. Augenblicklich beschäftigt mich ein anderer Gegenstand 
von grösserem Umfang und grösserer Kunst als ich seit Jahren 
in Arbeit gehabt. Wenn das Bild fertig sein wird, gedenke ich 
 
so s. Cadorin, dello amore etc. S. 9, H und 65. 
31 Das Patent gibt Gaye, Cart. III. S. 29T; es erhielt die Bestätigung des 
Senates zu Mailand am 4. Juli 1572, die Urkunde befindet sich in Dr. Jacobfs 
Handschriften.  
82 In Dr. Jacobfs Handschriften beündet sich der Erlass des Podestä an den 
Camerlengo von Murano vom 4. August 1568, wonach an Orazio Vecelli, "Holz- 
händler auf den Zattere", 280 Lire 16 Soldi zu zahlen waren für Hölzer, die er 
der Gemeinde von Murano zur Ausbesserung des Ponte Lungo geliefert hatte.
        

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