Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848105
656 LETZTE WERKE.  
CAP. 
des Daniel Nys, jenes berühmten Händlers, der die Mantuanisehe 
Sammlung für Karl den I. von England kaufte. Stoppio war es, 
der Corfs Stiche nach Tizian's Bildern an Lambert Lombard 
nach Lüttich sandte" und der die Verhandlungen mit dem Herzog- 
von Bayern über den Ankauf eines (lamals in Tizian's Händen 
befindlichen Kästehens führte. 
Am 17._August 1567 schrieb Stoppio an den Herzog: sein 
Freund Carlo della Serpa, ehemals Kämmerer bei Papst Julius 
dem II., besitze ein silber-vergoldetes und mit Krystall einge- 
legtes Kästchen, für das die venezianische Regierung 1200 Kronen 
biete. Serpa wolle seinen Schatz für diesen Preis nicht verkaufen, 
habe ihn aber Tizian übergeben mit der Weisung, ihn nur gegen 
baares Geld zu veräussern. Der Herzog zeigte sich zum Ankaufe 
des Kunstwerkes geneigt; das geht aus einem Briefe hervor, 
welchen David Ott, der Faktor der Fugger in Venedig, im 
September schrieb und worin es heisst, er habe wegen des Kry- 
stall-Kästchens mit Tizian gesprochen und ihm mitgetheilt, Seine 
Hoheit wünsche es auf eigene Kosten zur Ansicht zugeschickt zu 
haben; es werde entweder mit tausend Dukaten sofort bezahlt 
oder zurückgesandt werden, wenn es dem Herzog nicht gefalle. 
Tizian verlangte erst tausend Goldkronen, nahm aber endlich das 
Gegengebot an. Der Herzog antwortete darauf, er sei einver- 
standen, Wolle jedoch keine Verantwortlichkeit für Beschädigungen 
oder sonstige Unfalle übernehmen, die dem Dinge unterwegs 
zustossen könnten; man möchte Tizian fragen, 0b er es auf des 
Herzogs Kosten, aber auf seine eigene Gefahr schicken wolle. Ott 
hatte darüber eine Unterredung mit Orazio, welche Stoppio als 
einen Wortwechsel beschreibt; schliesslich sei aber das Krystall- 
Kästchen an Ott übergeben worden. „Ich wünschte"  sagt er  
„Ew. Hoheit hätte den Streit zwischen Carlo Serpa und Tizian's 
Sohn über die Art der Absendung mit anhören können. Sie 
zankten so lange, dass zuletzt Keiner von Beiden mehr sprechen 
konnte. Es ist recht schwer, mit solch' wunderlichen Leuten 
L 
 
7 s. oben S. 
S. 242. 
III. 
64T ff. 
den 
und 
Brief Lampson's an 
Tizian, bei 
Gaye, 
Oarteggio
        

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