Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1848088
Sää 
LETZTE WERKE am xx. 
Stück Wiese und eine Hypothek, welche als jährlichen Zins eine 
„Stara" Weizen einbrachte; in Conegliano ein Landhaus, für 
welches er der Bruderschaft von S. Antonio jährlich drei Lire 
als Grundrente zu zahlen hatte? -Mit keinem Worte ist des aus 
der Sanseria, aus der mailändischen und spanischen Pension, aus 
dem Holzhofe in den Zattere und aus dem Verkauf seiner Bilder 
iliessenden Einkommens erwähnt. Der alte schlaue Mann war 
ein Meister im Verbergen seines Reichthums, Er verwies höf- 
lichst auf „die Geringfügigkeit seiner Einkünfte und die Schwie- 
rigkeit, damit seine Familie zu ernähren", und dies zu derselben 
Zeit, wo die Gemeinde von Cadore ihm anzeigte, sie sei bereit, 
seine Schüler aufzunehmen, welche die Fresken in der Pieve 
malen sollten, was ihm allein eine Einnahme von zweihundert 
Dukaten brachte und wo er mit dem Mantuanischen Antiquar 
Strada in Unterhandlung stand, der Bilder, Stiche und Skulpturen 
für den Kaiser und für Herzog Albert den V. von Bayern kaufteß 
Um die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts entwickelte sich 
ein schwungvoller Handel mit Kunstgegenständen. Die Händler 
setzten sich mit lebenden Künstlern einerseits, mit Commissionären 
und Agenten aller Art andrerseits in Verbindung; die Käufer 
waren meist Könige, Fürsten, Kardinäle, Edelleute und Patrizier, 
die Verkäufer in der Regel verarmte Abkömmlinge grosser Häuser 
oder verschwenderische Söhne alter Familien, welche sich im 
Geheimen von ihren Erbstücken trennten, um ihre „durcl1 Spiel, 
Wetten und. Weiber" erleichterten Börsen wieder zu füllen? Ein 
Hauptvermittler derartiger Geschäfte in Norditalien war damals 
Jacopo Strada, der als gewiegter Kunstkenner im Dienste des 
Kaisers stand und sogar den Titel eines kaiserlichen Antiquars 
führte. Als Banquiers hatte er die Fugger, als Helfershelfer eine 
Anzahl untergeordneter Händler und Mäkler wie Niccolo Stoppio, 
Bernardo Olgiate und J. P. Castellino an der Hand. Das gleiche 
2 s. die Angabe bei Cadorin a. a. 0. S. 90. 
3 Die bezüglichen Schreiben vom 18. Juni und 2. Juli bei Ticozzi, Veeelli 
s. 318, 319.  
4 s. den Brief des Niccolö Stoppio an Max Fugger, Venedig, Juni 1567, bei 
Stockbauer, Kunstbestrebungen am bayrischen Hofe, in Eitelbergefs Quellenschriften 
zur Kunstgeschichte VIII. S. 53.  
        

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