Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847854
 
Stoff. Um den einen Arm ist ein kirschrother Sammetmantel mit 
Pelzfutter und goldverzierten Kanten geworfen, welcher unter ihr 
liegt und mit der rechten Hand an der Hüfte festgehalten wird. 
Die Linke ruht auf dem Busen, den Kopf Wendet sie zur Seite, 
um in den von Cupido gehaltenen Spiegel zu blicken. Das goldene 
Haar der Göttin ist theils in Wellen von den Schläfen zurück- 
gestrichen, theils mit Juwelen durchflochten; an einem Arm glänzt 
eine Spange, um den andern ist eine Kette geschlungen, Perl- 
Ohrringe vollenden den Schmuck. Der dienende Knabe dreht 
dem Beschauer den Rücken zu und hat Köcher und Pfeile 
auf das Ruhebett gelegt, eine gelbe Schärpe fallt ihm von der 
Achsel und er legt, ganz ähnlich dem Amor auf dem Bilde der 
Uffizien, die eine Hand auf die Schulter- der Venus, während 
sein Gespiele sich bemüht, ihr Haupt mit einem Blumenkranz. 
zu krönen. Links ist ein braungrüner Vorhang sehr geschickt 
gegen den bräunlichen Hintergrund geworfen und beide wirken 
auf das Both des Mantels zurück. Das Licht, mit grosser Kunst 
auf Venus concentriert, beleuchtet volle fleischige Glieder von 
prachtvollen Formen. Beim Anblick der dunkeln Augen, der ge- 
bogenen Nase mit schmalen Nasenlöchern und dem üppigen Mund 
könnte man an asiatischen Typus denken. Edel contrastiert die 
Ruhe der Göttin mit den kräftigen Bewegungen der Amoretten, 
von denen einer auf den Zehen stehen muss, um bis zum Kopfe 
der Venus zu reichen, während der andere unter derLast des 
Spiegels keucht, der augenscheinlich an der nahen Wand ge- 
hangen hat. Der letztere ist ein junger Plerläules im Kleinen 
und das Spiel seiner Muskeln bewundrungswürdig wiedergegeben. 
Trelflich ist der Schattenschlag und der Wiederschein im Spiegel, 
die Oberfläche breit modelliert und trotz aller durch Zeit und 
Retouche dem Bilde zugefügter Beschädigungen sieht man doch 
noch, dass den vollendenden Lasuren, Accenten und Glattungen 
wiederholter ungemein geschickt behandelter körperhafter Auf- 
trag vorausgegangen war.  Ueber die Replik, welche Philipp 
der II. erhielt, wissen wir weiter nichts, als dass Tizian im Jahre 
1574 Zahlung dafür verlangte. Von allen bekannten Copien und 
Nachbildungen in St. Petersburg, in der Sammlung Ashburton, zu
        

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