Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847816
CAP. 
XIX. DIE MOSAICISTEN VON S. MARCO. 627 
Wachs durch die Wahl des Francesco Zuccato, der langer als 
ein halbes Jahrhundert der bevorzugte und bestbezahlte Meister 
der venezianischen Regierung blieb. 1542 wurde den Mosaieisten 
zugestanden, ihren Lehrlingen aus dem Schatze von S. Marco ein 
jährliches Salär von drei Dukaten zu zahlen und unter dieser 
Norm trat auch Bartolommeo Bozza als Schüler und Gehilfe 
Zuccatds ein. Nun bestand zwischen Bianchini und Zuccato eine 
alte unversöhnliche Feindschaft, in Welche allmälig die Freunde 
und Gegner beider Künstler mit hineingezogen wurden. Zuccato 
hatte seinen Nebenbuhler einmal der Falschmünzerei beschuldigt 
und dadurch Bianchinfs Einkerkerung herbeigeführt. Nach dem 
Jahre 1545 war Zuccato mit seinem Bruder Valerio gegen hohen 
Lohn in der Vorhalle von S. Marco beschäftigt, während Bianchini 
mit seinem Anhang in der Kapelle Sant' Isidoro den Stammbaum 
Jesse ausführte. Zuccato beging bei seiner Arbeit den Fehler, 
in einer lateinischen Inschrift das Wort „Saxibus" anzubringen. 
Er bedeckte es zwar mit einem Stück bemalten Papiers, aber 
Bianchini erfuhr dies und noch andere angebliche Unregelmässig- 
keiten Zuccatds durch Bozza, der aus nicht näher zu erklärenden 
Ursachen seinen Meister verliess und zu ihm überging, und hatte 
nichts Eiligeres zu thun, als den sackelführenden Prokurator 
Melchior Michele insgeheim zu benachrichtigen, dass Dinge vor- 
gefallen wären, die untersucht. und bestraft werden müssten. 
Man ernannte eine Untersuchungscommission, die Mosaiken der 
Vorhalle wurden in Gegenwart des Prokurators überwaschen und 
dabei auch das Papier beseitigt, welches die verfangliohe Stelle 
deckte. Nachdem auf diese Weise der Verdacht gegen Zuccato 
in hohem Maasse erregt war, begab sich am 22. Mai Melchior 
Michele, begleitet von Tizian, Jacopo Pistoia, Andrea Schiavone, 
Jacopo Tintoretto und Paolo Veronese in die Kirche und unter- 
warf sammtliche ausgeführte Mosaiken einer genauen Prüfung. 
Dabei stellte sich heraus, dass an mehreren Orten Malerei mitbe- 
nutzt war. Die Richter erklärten dies zwar einstimmig für uner- 
heblich, da die Mosaiken ausserdem untadelig waren, trotzdem 
ward Zuccato verurtheilt, die gemalten Stellen auf seine eigenen 
Kosten in Mosaik umzusetzen und Valerio wurde seines Salars
        

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