Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847695
CAP. 
XIX. 
.MAGDALENEN"- BILDER. 617 
 
Wusste genau, was er zu thun hatte, wägte- Lieht und Schatten 
klar ab, verwirkte seine Farben. ohne viel BGSiIIIIGD und model- 
lierte die Formen mit sicheren Pinselstrichen, endlich versehmolz 
er das Ganze zu gediegener Fläche, die hier und da durch einen 
Drücker gebrochen und zu warm bräunliehem Gesammt-Tone auf- 
lasiert ist." 
Dieselbe Figur mit einigen Veränderungen in der Landschaft London. 
und dem Beiwerk fand sich in der "Magdalena" der Sammlung 
Ashburton Wieder, Welche von dem Petersburger Exemplar nur 
durch etwas kältere Ausführung abwichfs Mehr oder weniger Neapel, 
auf derselben Linie stehen die spätere „Magdalena" im Museum Museum- 
zu Neapel und die im Palaste Durazzo in Genua, Wiederholungen, Saifäilfgg 
auf welchen man noch immer Spuren des Tizian'sehen Pinsels  
bemerkt. w Daneben verrathen die der Sammlung Yarborough 
und andere Copien mehr oder weniger die Hand von Schülern 
 
17 Das Bild der Ermitage No. 98, Leinwand h. 1,17 M., br. 0,98 M., gehört 
zu den Naehlassstücken, welche mit Tizian's Haus in den Besitz der Familie Bar- 
barigo übergegangen waren. Es ist links auf dem dunkeln Hintergrunde bezeichnet 
„TITIANVS  die Fläche hat durch Putzen und Uebermalung gelitten; vgl. 
darüber Tizianellds Anonymus S. 10 und Ridolfi I. 261. 
18 Dieses bis vor Kurzem in der Sammlung Ashburton befindliche Exemplar 
stimmt in Signatur und Maass mit dem Petersburger überein; der Schädel liegt in 
Dreiviertel-Wendung, nicht im Profil wie auf dem Bilde aus der Samml. Barbarigo, 
auch fehlt hier der Baum in der Landschaft. Waschung und Austupfung haben 
das Bild beeinträchtigt, Spuren von Üebermalung finden sich am Nasenrücken und 
auf beiden Wangen, ausgebesserte Flecken hier und da im Vordergrund. Land- 
schaft und Himmel sind meisterlich behandelt, andere Theile rühren vielleicht von 
Schülern her. 
19 Neapel, Museo Nazionale N0. 21, wie die vorigen Exemplare lebensgross 
und auf Leinwand.' Die ganze Gestalt ist von dem dunkeln Felsen des Hinter- 
grundes abgehoben, an die Schultern schmiegt sich vom Winde gebläht ein leichter 
Schleier. Die Behandlung weist das Werk in die hohen Jahre des Meisters, viel- 
leicht ist es dasjenige, welches Tizian, wie wir noch sehen werden, im Jahre 1567 
an den Kardinal Farnese geschickt hat, nur haben wir Nachrichten, welche be- 
sagen, dass es von König Ferdinand dem I. aus der Sammlung Colonna gekauft 
war. Der Farbenkörper ist verhältnissmässig dünn, die Töne sind durch's Alter 
und durch Nachbesserungen düster und stumpf geworden; am meisten haben die 
Schatten und zwar die an Kinn und Nacken gelitten, die rechte Brust ist übermalt 
und die Signatur "TITIANVS P." auf den alten Linien aufgefrischt.  Die "lilagda- 
lena" bei Durazzo ist Wiederholung derjenigen aus der Sammlung Barbarigo; hier 
1122i im; die Landschaft ursprünglichen Charakter bewahrt, das Uebrige ist gänzlich 
erma  
Crowe 
Tizian
        

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