Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847685
TIZIAN'S ALTERS-STIL. 
ÜAP. 
XIX. 
als Kunstpatron wohlbekannter Patrizier, sollte jenes Werk auf 
des Malers Stalfelei gesehen und es für 100 Scudi an sich ge- 
bracht, Tizian aber ein neues untergeschoben haben. ß Beide 
Gemälde sind im Lauf der Zeit verschwunden oder haben so viel 
Wechselfälle erlitten, dass sie nicht mehr festzustellen sindl" Etwa 
ein halbes Dutzend "Magdalenen" sind indess noch vorhanden, 
welche andeuten, wie Tizian den Gegenstand behandelt hat. Das 
Bild, Welches für alle Wiederholungen und Gopien als Original 
diente und aus der uns jetzt beschäftigenden Periode herrührt, 
kam als Erbstück aus den Händen Pomponio Vecellfs in die des 
Patriziers Barbarigo und später in die Galerie der Ermitage in 
Petersburg. 
Petersburg, Die charakteristischen Züge des Gemäldes, das im Jahre 1566 
Ermmge" von Cort gestochen worden ist, sind mannische Kraft verbunden 
mit üppig reifen Reizen. Die Behandlung offenbart kühne Fertig- 
keit und unbeschränkte Beherrschung der Mittel. Die Figur ist 
nach rechts gewendet, bis zu den Hüften nur spärlich mit Weissem 
Gewande bekleidet, das den Hals und die voll entwickelte Brust 
frei lässt, die nur lose vom herabrollenden Lockenhaar verhüllt 
werden. Die Augen sind gen Himmel gerichtet, an den Wangen 
rieseln Thränen nieder. Zerknirschung spricht nicht nur aus der 
Physiognomie, sondern auch aus der Geberde, Womit Magdalena 
die Locken an den Nacken presst und das weisse blau und roth 
gestreifte Wollen-Gewand fasst, das sich um Arme und Taille 
schlingt. Rechts liegt auf einem Schädel ein offenes Buch, linkS 
steht das Gefass mit Salböl und der helle Umriss der Gestalt 
wird an dieser Seite durch die mit dunklem Laub überwachsene 
Bank gehoben, während die beschattete Seite von einer Land- 
schaft losgeht, welche liebliche Manigfaltigkeit der Farben und 
balsamische Atmosphäre zeigt. Wir gewahren hier weder subtile 
Verschleierung der Töne, noch Künstelei der Farbe. Der Meister 
w vmii XIII. 41; Ridolü I. 24a sagt, die nMßßdalena" aus dem Besitz 
Badoeifs sei nach den Niederlanden verkauft worden.   
w Möglich ist immerhin, dass die gxiugdßlena" "00? m SPMPG" Vorhand?" 
ist. A. Hume, Life of Titian Notices s. 82 erwähnt wenlgstens 6111 Solches 311d 
in der Sakristei des Eseurial.
        

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