Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847391
 
seinen Mittheilungen an den Vater und in einer später von 
seinen Freunden aufgesetzten Denkschrift hat er jedoch erklärt, 
Leone habe gewusst, dass er vom Mailänder Schatzamte zwei- 
tausend Dukaten aus Tizian's Pension empfangen hatte und habe 
ihn ermorden und dieses Geldes berauben wollen. 1" Am 12. Juli 
schrieb Tizian einen langen Brief an Philipp den II., worin er 
Leone des Mordversuches und Raubanfalles auf seinen Sohn 
anklagte und in verzeihlichen Ausdrücken der Entrüstung dessen 
Bestrafung forderte. Nicht ohne Erstaunen liest man aber doch, 
dass derselbe Mann, dessen Gastfreundschaft anzunehmen Orazio 
nicht verschmäht, jetzt von dem zornigen Tizian als ein berüch- 
tigter Verbrecher bezeichnet wird, der als Lutheraner aus Spanien 
verjagt und vom Herzog von Ferrara wegen Falschmünzerei zum 
Feuertode verdammt worden sei, wie er auch wegen Blutschuld 
im Bann des römischen und venezianischen Staates lebe."  
Tizianls Bacheruf hatte die erwartete Wirkung nicht. Leone, der 
unmittelbar nach der Schandthat in Haft genommen worden war, 
wurde gegen Geldbusse entlassen und aus Mailand ausgewiesen, 
sodass der arme Orazio in beständiger Angst vor Meuchelmord 
schwebte, bis die Blutfehde "durch eine Summe Geldes geschlichtet 
ward."  
Einige Monate vor jenem blutigen Ereigniss hatte Philipp 
aus Brüssel an den Herzog von Luna geschrieben und sich 
beklagt, dass das Bild der "Grablegung", welches Tizian im 
November 1557 aus Venedig geschickt hatte und das kurz darauf 
vom Postmeister von Taxis in Empfang genommen worden sei, 
seinen Bestimmungsort niemals erreicht habe. Er verlangte Nach- 
forschungen und gab Befehl zur Verfolgung und Bestrafung der 
Diebe. "J Wenig Tage nach Leone's Mordversuch auf Orazio, aber 
 
16 s. die Angabe bei Cadorin a. a. O. S. 50 und das Memorandum ebenda 
S. 103. 
17 Tizian an König Philipp, 12. Juli 1559, s. Anhang N0. LXXXVIII. 
13 s. das Memorandum bei Cadorin a. a. O. und ebenda S. 51 Orazids Gesuch 
an den Rath der Zehn vom 20. März 1562, worin er die Erlaubniss zum Waffen- 
tragen erbittet. 
19 s. das Schreiben König Philipp's an den Grafen de Luna vom 20. Januar 
1559 im Anhang Nu. LXXXVI. 
38'" 
und 
das 
Memorandum 
ebenda
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.