Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847244
572 THÄTIGKEIT FÜR PHILIPP DEN ll. Cm". XVII. 
Bildern wie "Diana und Oalisto", „Aktäon " und "Europa  welche 
Tizian für Philipp von Spanien malte. Eine spätere Methode 
tritt uns in der Wiederhölung des Täufers im Escurial vor 
Augen. 
Am 21. Oktober 1556 wurde Tizian durch ein schreekhaftes 
Ereigniss erschüttert. Spät am Abend dieses Tages sass Aretin 
mit einigen Freunden bei Tische und wurde hier durch einen 
nicht völlig aufgeklärten Unfall getödtet. Die über seinen Tod 
aufgenommene Erhebung stellte fest, er sei um drei Uhr Nachts 
am Schlagfluss gestorben? Man erzählte sich jedoch, er habe in 
seinem Hause am Canal Grande bei Tische so unmassig über 
einen Scherz gelacht, den einer seiner Gäste machte, dass er 
das Gleichgewicht verloren, zurückgefallen und mit dem Kopf 
auf eine Ecke aufschlagend sofort verschieden sei's" Nach anderen 
Angaben hatte er noch so lange gelebt, um die letzte Oelung zu 
empfangen und darnach die cynische Aeusserung gethan: „Jetzt 
bin ich geölt, nun nehmt mich vor den Ratten in Acht! "'31 
Tizian wird zu den Wenigen gehört haben, die sein Ende 
beklagten. Die übrige Welt verzeichnete den Tod des lasterlichen 
Gesellen, in dem sie eine Ruthe los wurde, meist mit Behagen. 
Antonio Pola, eine Kreatur Ferrante Gonzagas, der Aretin so lange 
er lebte geschmeichelt hatte, gab seiner Freude in einem Brief 
an seinen Herrn den rohesten Ausdruck: "Bei meiner Ankunft 
in Venedig erfuhr ich, dass Mascarone Aretino seine Seele dem 
Satan übergeben hat. Sein Tod wird nicht Viele betrüben, be- 
sonders Diejenigen nicht, Welche nun von dem Tribut an einen 
Unmenschen befreit sindß" Tizian aber verlor in ihm einen 
Freund, der länger als dreissig Jahre in guten und bösen Tagen 
ihm zur Seite gewesen War, oft gewiss 1ästig', weil er die KünSt 
betrieb, mit den Schwächen seiner Nebenmenschen zu spekulieren, 
aber doch eben durch Gewohnheit ihm verbunden. Die ßdelSten 
 
59 s. Bongi, Vita del Doni, Lucca 1852,  LXVIII. F 
B" S.Lorenzini „de risu" bei Mazzucchelh a. a. O. S- I1- 
61 Mazzuc helli a. a. O. S. 73.   
62 s. den lgrief Pola's an Ferrante Gonzaga vom 14' Novembfar 1956 bel Bon: 
chini, Relazioni etc. S. 13 und Aretin an Polin August 1594 m den Lettere (h 
M. P. Arotino VI. S: 253.
        

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