Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847206
568 THÄTIGKEIT FÜR PHILIPP DEN u. CAP. 
Inmitten dieser wichtigen Arbeiten, welche Tizian mehr denn 
je an seinen Wohnort fesselten, verheirathete er seine einzige 
Tochter. Der noch vorhandene Ehevertrag Lavinia's mit Cor- 
nelio Sarcinelli ward am 20. Marz 1555 unterzeichnet; die Mit- 
gift belief sich auf nicht weniger als 1400 Dukaten, eine könig- 
liche Summe für einen Maler, der so vielfach über mangelnde- 
Generositüt gerade seiner höchstgestellteir Gönner zu klagen hatte. 
600 Dukaten erhielt der junge Gatte im Juni, das Uebrige im 
September des folgenden Jahres theils in baarem Gelde, theils 
in Juwelen. Die Hochzeit fand am 19. Juni statt. Es war der 
Tag, an welchem Lorenzo Priuli als Nachfolger des Francesco 
Venier zum Dogen erwählt ward? 
Im März hatte Tizian bei Philipp dem II. Befehl erbeten, 
wie es mit dem Versand einiger fertiger Gemälde gehalten 
werden sollte. Der König antwortete am 4. Mai durch einen 
dankenden Brief, in welchem er dem Maler freundschaftliche 
Vorwürfe machte, dass er nicht die Gegenstände der Bilder be- 
zeichnet habe, sich aber begierig zeigte, sie zu haben, gleichviel, 
was sie auch darstellten. Wir dürfen vermuthen, dass eins davon 
die Befreiung der an den Felsen gefesselten Aethiopischen Königs- 
tochter durch den gottgeliebten Helden gewesen sei, die Vasari 
als sehr schön schildertäß Der Brief des Königs schliesst mit 
der Aufforderung, Tizian möge berichten, ob seine Forderungen 
nun endlich befriedigt Wären, da e1' im andern Falle bestimmte 
Weisungen durch den Herzog von Alba werde ergehen lassen. 
Gleichzeitig empfahl er Vargas die sorgfaltigste Verpackung der 
Bilder und ihre schleunige Ablieferung nach Brüssel." 
Die hohe Anerkennung, (lereu sich Tizian damals erfreute, 
52 s. den Heiraths-Contrakt im Anhange N0. LXXXII. 
53 vgl. Vasari XIII. 29 und s. oben. DasfBild wurde von F  Bßrteli und 
Battista Fontana sowie von Cort bereits i. J. 1565 gestochen: Andromeda ist links an 
den Felsen gefesselt, in der Mitte greift Perseus das Ungehellßf an, links eine 
Stadt. Ein Exemplar der Composition befand sich in der Galerie Orleans und 
wurde von Mr. Bryant erworben (s. Waagen, Treasnres II. S. 497); es ist möglicher 
Weise dasselbe, welches Lepicie 1'752 im Katalog des Louvre auffllhrt. 
5' s. die Briefe Philiplfs an Tizian und Philippb an Vargas, beide vom 4. Mai 
1556 im Anhang N0. LXXXIIL und LXXXIV.
        

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