Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847118
ÜAP. 
XVII. 
DIE 
ADDOLORAIAÄ 
L 
mitenklosters befestigt würde. Aber Philipp der II. umging diesen 
letzten Willen des Vaters. Er liess die Gebeine desselben und 
das Bild dazu aufheben und ins Escurial übertragen. Dort sind 
die sterblichen Reste des Allgewaltigen auch verblieben, die Drei- 
faltigkeit  oder das letzte Gericht, wie der Kaiser das Gemälde 
zu nennen pflegte, auf welchem seine letzten Blicke ruhten  
kam später in das Museum zu Madrirl. 
Die "Mutter der Schmerzen" und der „Tag des Gerichts" 
eigneten sich als stumme Mahnprediger- von der Hinfalligkeit der 
menschlichen Natur vollkommen zur Augenweide eines Monarchen, 
der sich in der damaligen Gemüthsverfassung Karl's des V. be- 
fand; an den Lustgebilden der klassischen Fabel wie der "Danaä" 
und dem "Adonis" mochte sich der Erbe erfreuen. Tizian ar- 
beitete abwechselnd an beiden und schickte sie beinahe gleich- 
zeitig an ihre Bestimmungsorte ab. Im Herbst 1554 sprach er 
dem neuen König-Gemahl von England seine Glückwünsche aus 
und zeigte an, (lass er seine „Danae" und die "Adonis-Gruppe" 
mitsende, "die als eine Ergänzung in der Figur der Venus den 
Vortheil böte, dieselben Formen, welche dort von vorn gegeben 
seien, von der Rückseite zu betrachten  eine artige Unterhal- 
tung im traulichen Zimmer. Wieder andere Variationen gedenke 
er in Darstellungen von „Perseus und Andromeda" oder „Jas0n 
und Medea" zu liefern, diesen aber auch ein religiöses Bild bei- 
zugesellen, an dem er schon seit zehn Jahren arbeite." 3' An 
Don Juan Benevides, ein Mitglied von Philipps Haushalt, schrieb 
er ebenfalls im September, um sich dessen Verwendung beim 
König zu erbitten, und bemerkte, er hätte den „Perseus" und 
eine "Devotion" für die Königin bereits gesandt, Ware seine Zeit 
Cloister Life of Charles V.; Mignet, Charles V., Paris, 2. Ausgabe, S. 452 und 
Gachard, Retraite et mort de Charles V., Brüssel 1855, II. 90-93.  Ausser den 
obengenanuten nahm der Kaiser noch folgende Bilder in's Kloster mit: 4. eine 
„Madonna. von Tizian" in gemeinsamem Klappaltar mit einer "Kreuzsehleppnng von 
Michael Coxie", 5. eine "Pietä", G. eine "Madonna mit Kind", 7. das eigene Porträt 
und. das der Kaiserin auf einer Leinwand, 8. das eigene "Porträt im Harnisch", 
9. ein Bild der Kaiserin  sämnitlieh von Tizian. 
37 Tizian an Philipp bei Tieozzi S. 312, ohne Datum; Philippk Antwm-t dar- 
auf ist vom 6. December 1554; s. später.
        

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