Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847108
558 THÄTIGKEIT FÜR PHILIPP DEN II. CAP. XVII. 
üppigen Haar, die wohl Magdalena vorstellen soll; links er- 
blickt man in aufsteigender Linie die Patriarchen und Pro- 
pheten."  Der Glanz der Farben lässt sich schwer beschreiben, 
am schwersten derjenige der blauen Gewänder, in Welche der 
Heiland und Maria gekleidet sind. Die Umrisse verschwimmen 
 wie sie es unter gleichen Bedingungen auch in der Natur 
thun  in dem Gewoge der Formen, das Fleisch ist augen- 
scheinlich mit grossem kräftigen Farbenanwurf gemalt, sodass 
wir an die staunende Frage des Vargas erinnert werden, wozu 
sich der Meister eines so breiten Pinsels bediene? 
Die „Dreifaltigkeit" befand sich neben dem „Ecce-H0m0" 
und der "zkddolorata", die in Form eines Klappaltars vereinigt 
waren, und noch mehreren anderen Werken des Lieblings-Meisters 
unter den Kleinodien, welche Karl bei seiner Abdankung mit nach 
S. Yuste nahm, und er soll es dort noch oft mit Inbrunst betrachtet 
haben?" In einem Codieill zu seinem Testamente bestimmte der 
sterbende Kaiser, dass es aufgerahmt am Hoehaltar des Hierony- 
3' Madrid, Museum No. 462, Leinwand h. 3,46 M., br. 2,40 M., die vordersten 
Figuren lebensgross; der Evangelist Johannes links, welcher auf den ausgebreiteten 
Schwingen seines Adlers ruht, hiilt eine Rolle mit der Aufschrift „TITIANVS P." 
Unter der Wolkensehieht dicht am Rande des Bildes sieht man einen Streifen 
ferner Landschaft mit Hügeln und Wald und Volk, welches an einer Kapelle ver- 
sammelt ist. Eine Copie des Bildes hing bis 1823 am Hoehaltar in S. Yuste. 
C. Cort stach das Bild 1564 vermuthlich nach einer unter Tizian's Augen ge- 
machten Zeichnung, ein zweites Mal Hondius von der Gegenseite; photographiert 
ist es von Laurent. Wir besitzen noch das Gesuch Tizian's bei der venezianischen 
Regierung vom 4. Februar 1568, Worin er die Genehmigung zur Herausgabe der 
"Trinität" im Druck einholt (s. Cadorin a. a. O. S. 9 und 65).  Eine kleine Copie 
des Bildes im Besitze des Herzogs von Cleveland war 1872 in der Royal Aeademy 
in London ausgestellt; sie gehörte zuvor dem Lord Harry Vane und Mr. Rogers 
und wurde als Tizian's Originalskizze bezeichnet, eine Meinung, welche Waagen, 
Treasures II. S. 77 theilte, der übrigens die Arche Noahs auf dem Bilde für den 
Sarg Karls des V. ansah; vgl. auch Mrs. Jameson's Private Gallerißß S- 401. Es 
ist in Wahrheit Copie, und zwar von unbestimmbarer Entstehungszeit, die um 1808 
angeblich aus einem Spielhause in Madrid durch Mr. NVallis nach England ge- 
bracht wurde.  
35 s. oben I. S. 272. 
a" S. darüber in Prescott, Philipp der 11., den Bericht von Figueroa, ferne;- 
das Verzeiehniss der von Karl nach Spanien mitgenommenen und in Yuste vor- 
gefundenen Gemälde (Revue univ. des arts III. S. 227-230,); sodann Stirling,
        

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