Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1847060
554. THÄTIGKEIT FÜR PHILIPP DEN u. CAP. XVII. 
Betheiligung- des Cesare Veeelli oder des Girolamo, Tiziaifs Lieb- 
lingssehüler, vollendet worden sind." 
Seine Belohnung für die "Danaä" in Madrid empfing Tizian 
durch Vargas. In einem Briefe an Philipp bekennt er, der Lohn 
sei mehr der Grösse des Prinzen als seinem künstlerischen Ver- 
Tizialfs 
Lieb- 
dienste angemessen, verspricht aber „Venus und Adonis" schleu- 
nigst zu vollenden, um dieser Grossmuth würdiger zu erscheinen? 
Etwas anders lautet das Schreiben an Karl den V. Die "Drei- 
einigkeit" und die "Addolorata" waren fertig und abgeliefert, aber 
noch immer hingen die Pensionsansprüehe auf Mailand und Neapel 
in der Luft und Tizian entschloss sich deshalb zu einem ziemlich 
aifektieiien Verzweiflungsschritt. 
Tizian an Karl den V. 
„Geheiligte Kaiserliche Majestät! 
Auf Befehl Ew. Majestät War mir eine jährliche Pension von 
200 Scudi in Mailand angewiesen und ein Privilegium für die 
Ausfuhr von Korn aus Neapel gewährt. Letzteres hat mich Hun- 
derte von Scudi gekostet, Weil ich dafür einen Agenten in dem 
Königreiche bezahlen musste. Endlich empfing ich eine "natura- 
lezza" in Spanien für einen meiner Söhne, Womit eine jährliche 
Pension von 500 Seudi verbunden war. Ich habe das Unglück 
gehabt, von allen diesen Gnadenbeweisen nichts zu erhalten und 
ich erbitte nun von Ew. Majestät die Erlaubniss, ein Wort darüber 
27 Wien, Belvedere, I. Stock, II. Saal, ital. Schulen N0. 36, h. 4 F. 3 Z., 
br. 4 F. S Z., bezeichnet unter dem linken Fuss der Danaü: „TITIANVS JEQVES 
CZEISß, welche Inschrift jedoch neu ist, obgleich sie möglicher Weise sich mit der 
ursprünglichen deckt. Das Bild ist stärker beschädigt und mehr aus der Haltung 
gekommen als das Petersburger Exemplar: Danaifs Kopf theilweis abgekratzt, die 
Zehen des rechten Fusses erneut, hier und da Lasuren weggeputzt. Eine Cüpie, 
ehemals im Besitz der Lady Malmesbury, wurde 1876 für 15 f 4 Sh. 6 P- Ver- 
äussert; sie stammte aus der Sammlung Lord Pembrokes, welche 1851 verkauft 
worden ist und war zuvor im Besitz des Grafen Dorsay, der sie von Mr. Crawford 
hatte. Crawford's Danae wurde 1820 mit 200 Pfd. St. bezahlt. Die sogenannte 
"Danaä von Tizian", welche im Jahre 1874 in Mailand und im Februar 1875 in 
Angers ausgestellt war und angeblich aus dem Besitz der Familie Buoncompagni 
in Bologna stammte, soll, wie an beiden Orten behauptet wurde, für 630,000 Frcs. 
an den Kaiser von Rusland verkauft worden sein. 
29 Der Brief ohne Datum bei Ticozzi S. 312 muss im Frühling 1554 ge- 
schrieben sein.
        

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