Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845339
CAP. 
KLI- 
DIE 
.SCHLACHT 
BEI 
CADORE' 
Details aus der Rubensschen Zeichnung erkennen. Ein Strom 
mit steilem Felsufer bildet den Mittelpunkt des Vordergrundes. 
Rechts, bis zum Knie über den Rand des Bildes hervorragend, 
steht der Feldherr, baarhäuptig zwar, doch in Stahlrüstung, die 
Hand des energisch ausgestreckten rechten Armes auf den langen 
Stab gestützt, während sein Page im Landsknechtswams ihm die 
Schulterschnüre bindet. Dicht hinter dieser Gruppe steht ein ab- 
geprotztes Feldgeschütz, hart am Uferrande und unterhalb des- 
selben ist ein Mädchen sichtbar, das über den Fluss heriiberge- 
kommen scheint und sich von Angst getrieben ans Land herauf- 
arbeitet. Auf der etwas erhöhten Strasse zur Rechten setzen sich 
die venezianischen Panzerreiter mit ihren bewimpelt-en Lanzen 
unter dem wehenden Banner des Hauses Cornaro (drei schreitenden 
Löwen) in Bewegung; zwei Trommler schlagen an, ein Trompeter 
bläst zum Angriff, sodass das seitwärts von einem Knechte ge- 
haltene Schlachtross des Feldherrn unruhig wird. Jenseits der 
Steinbrücke, welche die Ufer des Flusses verbindet, hat die 
Spitze der venezianischen Schlachtordnung zwei zu zwei den 
Angriff begonnen und ist handgemein mit den Kaiserlichen, deren 
Reiterei und Fussvolk in den Fluss gedrängt werden. Zwei vene- 
zianische Ritter setzen im Galopp über die Brücke, sechs andere 
am linken Ufer sprengen in den Feind, der beharrlich aber mit 
Verlust Widerstand leistet. Den linken Winkel des Bildes füllt 
die Figur eines feindlichen Kriegers aus, dessen Pferd den Fluss- 
abhang hinunterstolpert, indess sein Reiter vom Stoss einer feind- 
liehen Lanze seitlings aus dem Sattel gedrückt wird, an dem er 
sich mit Schenkel und Fuss anklammert. Er hat das Schwert 
noch in der Hand, aber der linke Arm ist krampfig emporgereckt, 
der Kopf infolge des Lanzenstosses, der die Rippen durchbohrt, 
in die Höhe gezogen; die Zügel flattern lose in der Luft: Ross 
und Mann sind unrettbar dem Verderben preisgegeben. In Rubens 
Zeichnung erregt die erstaunliche Verkürzung der Figur, die Um- 
risslinie der Formen in ihrer Spannung und Agonie hohe Be- 
wunderung; ebenso die eines dahinter befindlichen Soldaten, der 
mit geschwungener Klinge sich zur Vertheidigung bereit halt und 
dem Beschauer seinen muskulösen Arm und Rücken zeigt. Gross-
        

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