Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846962
544 THÄTIGKEIT FÜR PHILIPP DEN u. (Im. XVII. 
 
Florenz, 
Ufüzien. 
hinzu  „ ich möchte Wahrlich nicht meine Bequemlichkeit für seinen 
Reichthum vertauschenf" Der Meister. war damals vermuthlich 
mit dem grossen Gemälde der „Dreieinigkeit" beschäftigt, das 1555 
abgeliefert worden ist. Dunkle Nachrichten haben wir auch aus 
dem Jahre 1552 von der Vollendung eines Porträts des Legaten 
Beccadelli, einer „Königin von Persien", einer Landschaft und 
einer „St. Margaretha" für den Prinzen von Spaniens 
Nach dem Tode Papst Paul's des III. war Beccadelli als 
Nachfolger des Giovanni della Casa nach Venedig gesandt worden. 
Aretin und Tizian machten sich schon vor seiner Ankunft volle 
Rechnung darauf, seinen Einfluss zur Befreiung eines Freundes 
zu benutzen, der einer unvorhergesehenen Prüfung ausgesetzt wor- 
den war. Man hatte den Kuraten der Minoriten, ihren gemein- 
schaftlichen Beichtvater, ins Gefangniss geworfen, Weil er den 
göttlichen Ursprung der Beichte bestritt." Das Bild, welches 
Tizian von Beccadelli gemalt hat, mochte mit zu den Gründen 
gehören, wodurch man den Prälaten zum Einschreiten bewegen 
wollte. Es war im Juli 1552 vollendet und befindet sich in den 
Uffizien, ein classisches Specimen namentlich für die künst- 
lerische Behandlung dessen, was man das „geistliche Fleisch" 
nennen möchte: die etwas gedunsene blutlose Karnation ver- 
bunden mit einem Hang zum Schlafrigen. Behandelt ist das 
Porträt in der charakteristischen Manier der damaligen Zeit in 
breitem herzhaften Strich aus saftigem Pinsel, von angenehmer 
Warme angehaucht. Dem eirunden regelmässigen Kopf mit hoher 
Stirn, spitzem Bart und schwülstigen Lippen steht die schwarze 
dreieckige Mütze trefflich. Aus dem schwarzen Kragen und den 
Tüllärmeln schauen ein Paar feine Hände hervor, welche ein 
Papier halten, dessen Inhalt der Prälat, im Armstuhl sitzend, 
anscheinend einer neben ihm befindlichen Person mittheilt. In dem 
Briefe, dem ein Sonett zum Preise des Porträts beigesßhlossen 
war, sagt Aretin  diesmal der Wahrheit gemäss  wie es 
L 
7 
4 Lettere di M. P. Aretino VI. S. 8 v. 
5 vgl. später den Brief Tizian's an Philipp vom 11- 
" Aretin an Tizian, Venedig Oktober 1549, in (1811 
196. 
Oktober 1552. 
Letterc di M. P. Aretino
        

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