Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846907
538 TIZIAN IN AUGSBURG. CAP. XVI. 
getreten sei. 62 Wäre Maria, geschmeichelt durch die Aussicht, 
die Hand eines Prinzen zu erhalten, der so viel jünger war als 
sie, nicht von vorn herein für diese Heirath eingenommen ge- 
wesen, so hätte der Anblick des Porträts sie dem Antrage KarPs 
wohl geneigt machen können. Ihr Hof erkannte die Gesinnung 
der Königin aus der grossien Bewunderung, die sie dem Bilde 
zollte, in das sie, wie Strype berichtet, „stark verliebt" warfß 
Nach der im Jahre 1554 vollzogenen Vermählung ward das Kunst- 
werk gewissenhaft an Maria von Ungarn zurückgegeben, die es 
1556 mit nach Spanien nahm. "i  Eine unter Tiziaxfs Aufsicht 
von Orazio oder Cesare Veeelli gemalte Sehul-Copie befindet sich 
in Chatsworth und nach dieser war wieder die unbedeutende Copie 
in der Sammlung Northwick gemacht. 64 
Im März 1553 übersandte Tizian dem Prinzen die zweite 
Neapel, 
Museum. 
Fassung seines Porträts G5 und diese haben wir möglicher Weise in 
dem Bilde, welches jetzt im Museum zu Neapel hängt. Die 
Figur ist dahin verändert, dass die rechte Hand auf der Brust 
ruht und die linke einen Handschuh hält; was das Kostüm an- 
betriift, so trägt der Prinz ein praohtvolles weissseidenes, mit 
Gold durchwirktes Wa-mms, die Puifen der Aermel sind mit 
rothen Bändern abgebunden und der kurze Mantel mit Pelz ge- 
füttert. 66 Auch von diesem schönen Stücke, das dem 'Madrider 
 
62 s. den Brief der Königin Maria. von Ungarn an Renard vom 19.November 
1553 in den Papiers (Tötet de Granvellc IV. S. 150. 
33 s. Strype, Memorials, London 1721, III. S. 196. 
94 Die Copie in Chatsworth, Leinwand, lebensgross, hat durch Nachbes- 
serungen etwas Stumpfes und Trubes bekommen und ist im Vergleich zu Tizian's 
eigenhändigen Arbeiten hart im Ton und schärfer markiert im Umriss. Sie weicht 
vom Madrider Original nur darin ab, dass die Konsole zur Linken an einem Pi- 
lastersockel lehnt; unter der rothen Decke, welche von demselben herabhängt, sieht 
man die Basis.  Die Copie der Sammlung Northwick rührte anscheinend von 
einem Spanier her. 
65 Tizian an Philipp, 23. März 1553 s. Anhang No. LXXIV. 
96 Neapel, Museo Nazionale N0. 11, Leinwand, volle Figur: Philipps rechte 
Hand spielt mit der Quaste am Gürtel; an der Wand rechts neben den Füssen die 
Inschrift: 
TITIANVS 
EQVES. CES. 
. F. 
Ueber die Herkunft steht Nichts fest. Die Behandlung ist conventioneller als auf
        

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