Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846894
m 
XVI. 
BILDNISSE PHILlPP'S DES u. 537 
 
mit Grösse der Auffassung und königlicher Würde zu verbinden. 
Tizian aber besiegte diese Schwierigkeit leicht und glücklich. 
Die bleichen unschönen Züge schauen uns zwar unheimlich an 
und Verrathen Geistesrichtung und Gemüthsbeschaüenheit unver- 
kennbar, aber die Düsterheit ist mit grossem Geschick unter 
ernstem Willen verborgen und jede Linie spricht von der hohen 
Geburt und der Stellung des Mannes. Brust- und Hiiftstücke, 
reich mit Gold eingelegt, bedecken Körper und Arme. Die feine 
Stickerei der Aermel und des geschlitzten Beinkleides, die Weiss- 
seidenen Schnüre und weissen Schuhe bilden zusammen einen 
geschmackvollen Anzug. Die beringte linke Hand hält den Griff 
des Rapiers, die rechte ruht auf dem federgeschmückten Helm, 
der auf einer mit rcthem Sammet überhangenen Konsole steht; 
die ganze Gestalt, von dunkler Wand abgehoben und auf tief- 
rothbraunen Teppich gestellt, gibt ein prächtiges und sogar an- 
ziehendes Bild. m 
Madrid. 
Museum. 
Als Karl der V. die Bewerbung Philipps um Maria Tudor im 
Jahre 1553 aus allen Kräften unterstützte, sandte seine Schwester 
Maria von Ungarn auf Wunsch der Königin dieses Porträt an 
Renard, den spanischen Gesandten in London und bemerkte dabei, 
"man habe es, als es vor drei Jahren in Augsburg gemalt worden 
sei, sehfähnlich gefunden, allein es sei auf der Reise von Augs- 
burg nach Brüssel beschädigt worden. Immerhin Werde es auch 
jetzt noch, in geeignetem Lichte und aus angemessener Entfer- 
nung gesellen  Tizian's Bilder dürften nicht aus zu grosser 
Nahe betrachtet werden  sehr geeignet sein, der Königin eine 
richtige Vorstellung von dem Aussehen des Prinzen zu geben, 
wenn sie demselben noch drei Jahre hinzurechnen wolle." Renard 
ward ferner angewiesen, Ihrer Majestät das Porträt zum Ge- 
schenk zu machen, mit dem Bedeuten, es zurückzufordern, so- 
bald das lebende Original an die Stelle der leblosen Nachbildung 
 
6' Madrid, Museo del Prado N0. 454, Leinwand, rundum angestückt, jetzt 
1,93 M. h., 1,11 M. br.; naehgebesserte Stellen an der rechten Hand, stellenweise 
beschunden, aber trotzdem noch ein schönes Produkt der breiten Manier dieser Zeit 
des Meisters. Es ist erwähnt im Inventar der Maria von Ungarn vom Jahre 1558 
(s. Revue universelle des arts III. S. 132). Photographiert von Laurent. 
Crowe, Tizian II. 35
        

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