Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846807
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TlZlAN IN AUGSBURG. 
OAP 
XVI. 
der Wirthschaft 
den War. 
auf 
Lavinia, 
noch 
ehe 
sie 
selbst Hausfrau 
gewor- 
Inzwischen hatten sich in der grossen Welt wichtige Veran- 
derungen zugetragen. Am 10. November 1549 starb Paul der III. 
und ein längerer Kampf zwischen Frankreich und Spanien endete 
mit der Erhebung des Kardinals del Monte auf den päpstlichen 
Stuhl. Aretin, der sich schmeichelte, sein alter Freund, nunmehr 
Julius der III., von dem er wusste, dass er Papst Paul's rechte 
Hand in Trient gewesen war, werde ihm eine Pralatur verleihen, 
neigte sich eine Zeit lang der französischen Partei zu. Er schrieb 
Briefe an Heinrich den II. und dessen Gemahlin, überhäufte Bon- 
nivet, den französischen Geschäftsträger in Venedig, mit Schmei- 
cheleien und veranlasste sogar Tizian, ein Porträt desselben in 
der Rüstung zu entwerfen, welches eins seiner schönsten Werke 
zu werden verspreche." Wider Erwarten wandte sich der Strom 
aber nicht in der Richtung nach Frankreich, sondern zu Gunsten 
Spaniens. Der Kaiser entbot Tizian Wiederum nach Augsburg und 
dieser ging über die Alpen, es seinem Freunde überlassend, ihn 
so gut er konnte beim französischen Gesandten zu entschuldigen. 
Natürlich ersah nun auch Aretin seinen Vortheil. Wettertreu 
fiel er von der französischen Seite ab und nahm von neuem den 
Kaiser in das Kreuzfeuer seiner Feder, indem er seine Ansprüche 
auf Beförderung in der Kirche hervorhob und Karl's Unterstützung 
dazu erbat. Tizian war es, der mit allen seinen damals fertigen 
Bildern auch diesen Brief nach Augsburg mitnahm. 
Paul der III. hatte die Klugheit gehabt, das Concil in Bo- 
logna aufzulösen, sich aber hartnäckig geweigert, die Wieder- 
berufung an einen andern Orte zu sanctionieren. Julius gab in 
diesem wichtigen Punkte dem Willen des Kaisers nach und Karl 
beraumte zum 26. Juli einen Reichstag nach Augsburg an, Wel- 
cher das Tridentiner Concil wieder beleben sollte. Gleichzeitig 
trug er sich noch mit anderen Plänen. Mit seiner Rathgeberin 
Maria von Ungarn stimmte er darin überein, dass die Wohlfahrt 
des königlichen und kaiserlichen Hauses die Nachfolge Philipps 
 
 
41 Arotin 
an Bonnivet, Venedig 
November 
1550, 
Lcttere VI. 
317 v.
        

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