Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846743
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TIZIAN IN AUGSBURG. 
CAP 
diesem Bilde beschäftigt war, und der beweist, dass er Ferdinand 
ebenso gut in Kontribution zu setzen verstand wie seinen kaiser- 
lichen Bruder. Genau so wie er in früheren Tagen vom Kaiser 
das Privilegium zur Einfuhr von Getreide aus Neapel erbeten 
hatte, verlangte er jetzt von Ferdinand die Erlaubniss, in den 
Tyroler Wäldern Bauholz für sich zu schlagen. Dabei ist noch 
bemerkenswerth, dass ein bezüglicher Brief, worin die Bitte drin- 
gend gemacht wird, in der königlichen Kanzlei ins Deutsche über- 
setzt wurde, anscheinend ein Beweis dafür, dass Ferdinand trotz 
der Behauptung vieler Geschichtsschreiber der italienischen Sprache 
nicht so mächtig War, um sie bequem zu lesen. Tizian schreibt: 
„Durchlauchtigster und mächtigster König, 
Gnadigster Herr. 
"Obgleich Ew. Majestät in Ihrer königlichen Huld mir die 
Gnade erwiesen, zu meinen Gunsten ein Hundert  . . . auf die 
Hölzer zahlen zu lassen, Welche ich für die nächsten drei Jahre 
auszuführen berechtigt bin, so finde ich hier beim Betreiben der 
Angelegenheit, dass die Kammerräthe Schwierigkeiten betreffs des 
Holzschlags im Rorbolter  Walde erheben, weil Ew. Majestät 
Erlass des Fällrechtes nicht erwähnt und das Holz in diesem 
Forste für den Gebrauch der Bergwerke vorbehalten ist. Es hat 
mich dies umso mehr befremdet als ich nicht ahnen konnte, dass 
die gedachten Räthe sich dem Befehle Ew. Majestät widersetzen 
würden, und da ich nicht ein Mann bin, der mit den Hölzern 
Handelsgeschäfte treibt; ich will sie vielmehr für meine eigenen 
Bauten benutzen, und dass ich Ew. Majestät mit allem Fleisse 
und aller Treue gedient habe und noch diene, wie von einem 
getreuen Unterthan erwartet werden kann, dafür können alle diese 
Herren  wenn sie wollen  Zeugniss ablegen. Ich bitte Ew. 
Majestät deshalb, zu befehlen, dass ich nicht gehindert werde, 
Holz im besagten Forst zu fällen; haben doch im vergangenen 
Jahre andere Personen daselbst Hölzer schlagen dürfen, was 
ich vollkommen beweisen kann; auch befinden sich im Um- 
kreise von zwanzig Meilen oder mehr keine Minen. Wenn Ew. 
Majestät mir die Gnade erweisen, werden Sie mich nicht undank- 
bar finden, was ich durch alle mir zu Gebote stehenden Mittel
        

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