Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846623
TIZIAN IN AUGSBURG. 
ÜAY. 
XVI. 
brauen dünn, die Stirn scharf markiert durch die Schneppe in 
der Mitte. Das dunkle Haar war so kurz geschoren, dass es 
den Schädel sichtbar werden liess; der Bart umgab kurz und 
struppig das herabhängende Kinn.  Aber der fette und dabei 
cholerisehe Mann blieb den Drohungen und Argumenten der 
Granvella's gegenüber sehr kühl. Johann Friedrich war auf das 
Schlimmste vorbereitet, was in seinem Falle ja nur engeres Ge- 
wahrsam und strengere Absperrung sein konnte. Er weigerte 
sich, das Augsburger Bekenntniss zu opfern und wanderte im 
August 1548 mit Karl dem V. nach Gent und Brüssel und im 
Laufe der Zeit von dort "nach Deutschland zurück. 
Es ist charakteristisch für Tizian's grosse Arbeitskraft, dass 
er während seines Aufenthaltes in Augsburg nicht blos den Kaiser 
und dessen Gefangenen porträtierte, sondern auch die Mehrzahl der 
den Kaiser umgebenden Fürstlichkeiten. Unter ihnen ragte die 
Königin-Wittwe Maria von Ungarn hervor, welche abwechselnd 
in Brüssel und in der Sommerresidenz ihres Bruders in den Nie- 
derlanden lebte. Sie ward im "Alltagskleide" abgebildet. Es 
folgten ihre beiden Basen Christine und Dorothea, dann Marie 
Jakobine von Baden,'Wittwe des bayrischen Herzogs Wilhelms 
des I.; Anna, Gemahlin Albert's des III. von Bayern und ihre 
vier Schwestern; als Töchter des Königs Ferdinand war es jeder 
Einzelnen gestattet, zu einem besonderen Bilde zu sitzen. König 
Ferdinand selbst ward abgebildet „in der Rüstung, aber ohne 
Helm"; nach ihm kamen seine Söhne Maximilian und Ferdinand, 
dann Filibert Emanuel von Savoyen, Moritz von Sachsen in der 
Rüstung und der Herzog von Alba mit Kürass und Feldbindefß 
Alle diese Porträts wurden auf Befehl des Kaisers oder der 
Königin Maria von Ungarn nach den Niederlanden geschaift und 
bis zur Rückkehr des Hofes nach Spanien im Jahre 1556 ent- 
weder in Brüssel oder in Binche aufbewahrt. Noch im Jahre 
1582 sah Argote de Molina einige Stücke dieser unvergleich- 
lichen Zeitgenossen-Galerie im Palaste Pardo.  Man nimmt an, 
 
in 
15 s. das Verzeichniss der Gemälde Maria's von Ungarn 
selle des arts vol. III. S. 127 ff. und Vasari XIII. 38; 
der Revue 
univer-
        

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